UNITEDINTERIM Blog

Hier werden Beiträge von angemeldeten Interim Managern veröffentlicht.

Interim Management profitiert von mangelnder Mitarbeiterbindung

Bodo Schmischke - Restrukturierung

Das Interim-Management profitiert in großem Stil davon, dass der deutsche Mittelstand zögerlich ist mit seinen Anstrengungen zur Mitarbeiterbindung. Darüber sollten sich die Interim Manager klar sein – und für ihr eigenes Geschäft hoffen, dass sich nicht so schnell  daran etwas ändert. Warum ist das so?

Zwar wissen 71% der deutschen Unternehmen, dass sie dringend Aktivitäten zu Bindung ihrer Mitarbeiter entwickeln müssen, doch nur ein Drittel dieser Unternehmen entfaltet dann auch solche Aktivitäten. Satte fast 80 Prozent tun somit nichts - wider besseren Wissens!

Das liegt sicher nicht nur an Geld und Aufwand, die die Unternehmen zögern lassen. Sondern durchaus auch am deutschen Perfektionismus, der immer einen ganz fertigen Plan haben will. Amerikanische Unternehmen machen das anders: Die fangen einfach mal an. Ganz klar auch im Bewusstsein, dass danach – aufgrund der dann vorliegenden Erfahrungen – ein Feinschleifen erforderlich sein wird und dass alle Aktivitäten in diesem Bereich ihre Wirkung erst nach zwei bis drei Jahren entfalten werden.

Offenbar ist man sich auch gar nicht darüber im Klaren, dass die Kosten einer unerwünschten Fluktuation eines Mitarbeiters im Mittel 1,5 Jahresgehälter kostet. Gute Mitarbeiter sind heute am Markt umworben und wenn sich das eigene Unternehmen nicht um seine besten Arbeitnehmer kümmert – dann ist es leider das Einzige, welches das nicht tut!

Denn Headhunter, Wettbewerber und Marktbegleiter tun das nämlich auf vielen Ebenen. Dazu gehören nicht zuletzt auch die sozialen Medien und Kontakt- und Bewertungs-Plattformen, die eine Firma heute so transparent wie Glas machen.

Die Interim Manager können solchen Unternehmen nur dankbar sein und hoffen, dass diese Firmen weiterhin vor sich hindämmern und keine Aktivität entfalten.

Die Verantwortlichen in solchen Unternehmen übersehen neben den Kosten der unerwünschten Fluktuation einen weiteren Faktor: In Zeiten der aktuellen Vollbeschäftigung steigt die Zeit bis zur Neubesetzung einer Stelle auch bei Fachkräften an und liegt heute bei fast 100 Tagen. Von  Führungskräften wollen wir an der Stelle erst gar nicht reden.

Dies wird sich aufgrund der – sich auch durch die Migration zunächst einmal nur wenig ändernden – Bevölkerungsstruktur nicht ändern. Dort sind wir auf dem Weg vom „Tannenbaum" inzwischen beim „Dönerspieß" angekommen und werden in einigen Jahren beim „Mega-Döner" enden. Was – nota bene – natürlich auch bedeutet, dass wir uns – anders als in allen politischen Sonntagsreden gesungen – auch darauf einstellen müssen, länger statt kürzer im Leben zu arbeiten.

Also: Gute Zeiten für Interim-Manager in der Vakanzüberbrückung (dann eben für diesen Zeitraum nicht mehr selbständig und damit sozialversicherungspflichtig) sowie in Projekt- und Führungsaufgaben!

Zumindest solange die deutschen Unternehmen nicht dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter „able to go, but happy to stay" sind...

Bodo Schmischke - Interim Manager für Restrukturierung - Spezialist für Druck-Industrie

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Auf einmal ist alles anders – die fünf größten Her...
So wählen Sie nach einer Übernahme den richtigen I...
 

Kommentare

Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!
Bereits registriert? Hier einloggen
Gäste
Samstag, 19. Januar 2019

Sicherheitscode (Captcha)