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Maschinenbau: Restrukturierung und Verkauf unter Schutzschirm

Branche: Werkzeugbau, Werkzeugmaschinenbau und Automotive

Linie: CEO

Themen: Sanierung, Insolvenz, Neupositionierung, Verkauf des Unternehmens

Umsatz: ca. 14 Mio. EURO Ergebnis v. St.: - 1,5 Mio. EURO

Mitarbeiter: 120

Ausgangslage:

Das Unternehmen war in verschiedenen Geschäftsfeldern aktiv: Folienstanzen, Werkzeugmagazine, Werkzeugwechsler, Einzelteile im Kundenauftrag und Automotive (Radaufhängungen, Gelenkträger). Gemessen am Geschäftsvolumen hatte das Unternehmen deutlich zu viele Mitarbeiter (50 %!).

Das Unternehmen sah sich ausschließlich als verlängerte Werkbank – als Konsequenz daraus gab es keinen Vertrieb. Das Unternehmen hatte drei Standorte, davon waren zwei produktiv und davon war einer zur Mietkündigung vorgesehen.

Lösungsansätze:

(1) Da neben anderen Verbindlichkeiten die Belastungen durch Sozialplan, Abfindungszahlungen und eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft weder aus Reserven, noch aus dem laufenden Geschäft oder aus einer Erhöhung der Kreditlinie zu finanzieren waren, blieb nur die Möglichkeit eines Antrags auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit mit Schutzschirm.

(2) Wegen des Insolvenzverfahrens wurden die Abfindungen in der Höhe deutlich begrenzt – daraufhin entschlossen sich ca. 40 Mitarbeiter/innen, das Unternehmen auf eigenen Wunsch zu verlassen.

(3) Wegen der angespannten Kapazitätssituation wurde das Geschäftsfeld Folienstanzen aufgegeben.

(4) Die Organisation wurde dem geschrumpften Geschäftsumfang angepasst – gleichzeitig wurde der Vertrieb gestärkt.

(5) Der gekündigte Standort wurde aufgegeben; alle Abteilungen wurden am verbleibenden Standort konzentriert und der inaktive Standort wurde unter dem im Insolvenzverfahren geltenden Sonderkündigungsrecht gekündigt.

(6) Da das Unternehmen ohne einen Investor überleben, aber nicht entsprechend der Marktanforderungen – Automotive (!) – wachsen konnte, wurden Aktivitäten zum Verkauf des Unternehmens eingeleitet.

Ergebnisse:

(1) Die Personalstärke pendelte sich bei ca. 50 Personen ein.

(2) Die Produktbereiche wurden weitergeführt.

(3) Der verbleibende Standort wurde reorganisiert.

(4) Direkt nach dem LOI des späteren Investors wurde der Vertrieb mit den Interessen des Investors koordiniert.

(5) In bestimmten administrativen Bereichen wurden „Shared Services" gebildet.

(6) Die quantifizierbaren Ergebnisse sind wie folgt: a. Die laufenden Kosten wurden insgesamt um 2,2 Mio. EURO reduziert. b. Die Einmaleffekte durch Einsparungen, Maschinenverkäufe, die Verwertung von Immobilien und eine Ausgleichszahlung des Gesellschafters erbrachten eine Einsparung von 3,4 Mio. EURO.

(7) Das Insolvenzverfahren wurde mit dem Verkauf des Unternehmens an den Investor im Zuge der übertragenen Sanierung beendet – die Insolvenzquote betrug ca. 66 %.

Martin Steidl
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