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Reparatur-Autolacke: Einführung von „State-of-the-Art" Spektralphotometrie im Farbsystem

Branche: Chemie (Lacke)

Linie: Technik/Produktion

Thema: Spektralphotometrie, Markteinführung, R&D

Umsatz: 125 Mio. Euro

Mitarbeiter: 800

Aufgabe

Implementierung eines modernen Farbsystems für Reparaturlacke auf Basis spektralphotometrischer Messungen

Problemstellung

Ein mittelständischer spanischer Lackhersteller plante die Markteinführung eines wasser-verdünnbaren Farbmischsystems mit dem Anspruch, den neuesten Stand der Technologie darzustellen. Bei der Reparatur eines Karosserieschadens steht der Lackierer vor der Aufgabe, aus einer Mischmaschine mit bis über 100 Lacken unterschiedlicher Farbe und Effekte die richtige Mischformel zu finden. Dies geschieht klassischerweise mit Farbkarten, die einer solchen Mischung entsprechen und die mit der Originallackierung verglichen werden. Das erfordert viel Erfahrung, ein gutes Farbsehvermögen und das Glück, überhaupt eine passende Mischung zu finden.

Dies wird weiter dadurch erschwert, dass in den letzten Jahrzenten immer mehr Autofarben mit sogenannten Effektpigmenten (Aluminiumpartikel, Perlglanzpigmente, Flüssigkristallpigmente etc.) in den Markt gelangen. Der Anteil solcher Autolackierungen liegt inzwischen weit über 60%. Die wahrgenommene Farbe und die Helligkeit dieser Lackierungen hängen vom Lichteinfalls- und Betrachtungswinkel ab – man spricht von goniochromatischen Farben.

Die richtige Zuordnung der Mischformel und erst recht deren häufig notwendige Korrektur überfordern viele Lackierer. Sie stellen aber auch messtechnisch eine enorme Herausforderung dar. Dazu werden hochempfindliche Messgeräte eingesetzt, die das gesamte sichtbare Farbspektrum unter verschiedenen Winkeln vermessen. Anschließend erfolgt eine hochkomplexe Berechnung der richtigen Mischformel. Diese Technologie wurde bisher nur von den global operierenden Lackkonzernen und einer extrem kleinen Zahl von Spezialisten beherrscht.

Lösung

Auf Basis langjähriger internationaler Erfahrung als regionaler/globaler R&D-Direktor im Reparaturlackbereich, konnte ich den Kunden in Bezug auf Farbmetrik und Farb-Rezeptrechnung für goniochromatische Farben beraten. Als Grundlage für die Farbrezeptrechnung mussten zunächst alle Mischlacke charakterisiert werden. D.h. sie mussten in unterschiedlichen Konzentrationen und Mischungen auf einer Roboteranlage lackiert und anschließend mit Mehrwinkel-Spektralphotometern (mehr) vermessen werden. Die Messergebnisse werden dann in einer Datenbank gespeichert. Ähnliche Geräte werden später in der Lackierwerkstatt eingesetzt, um die Originallackierung zu vermessen.

Der Kunde hatte bereits über Jahre intensiv mit einer spanischen Universität zusammengearbeitet. Durch die Einbindung eines globalen Herstellers von Spektralphotometern konnte dann eine hauseigene Technologie entwickelt werden, die auf Augenhöhe mit den Angeboten der multinationalen Konzerne ist. 

Diese Technologie erlaubt es dem Kunden, nach einer einfachen Vermessung des zu reparierenden Fahrzeugs eine automatische Datenbanksuche zu starten, die nach wenigen Sekunden die beste verfügbare Mischformel identifiziert und diese zudem unter Einsatz der bereits genannten komplexen Farbrezeptrechnung automatisch korrigiert/verbessert. Der Kunde nimmt die Komplexität des Systems selbst nicht wahr, erhält aber sehr schnell optimale Ergebnisse und erspart sich so die fehlerträchtige Suche mit Farbkarten, die häufig nicht zum gewünschten Erfolg führt.

Ergebnis

Der Auftraggeber kann nun seinen Kunden ein Paket aus selbst entwickelter Lacktechnologie und Messtechnik anbieten, dass sonst in dieser Form nur „die Großen" zur Verfügung haben, dadurch seine Reputation im Markt massiv stärken und sich in wettbewerbsstarken Märkten in West-Europa, Nord-Amerika und Asien erfolgversprechend positionieren.


Dr. Marin Breucker
Profil bei UNITEDINTERIM

Birkenstrasse 20
45731 Waltrop

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Die folgende Aufnahme zeigt ein neuartiges Interferenzpigment, das für den Farbwechsel (Flop) bei Änderung des Betrachtungswinkels sorgt:

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