By Klaus-Peter Stöppler on Dienstag, 05. Mai 2026
Category: Case Studies

Bau: Digitale Excellence – Struktur statt Insellösung


Linienfunktion: Technik (CTO)

Branche: Bau- und Immobilien, Infrastruktur

Thema: Digitalisierung, Digitale Transformation, Effizienzsteigerung

Mitarbeiter: 800

Umsatz: 250 Mio. Euro

Ausgangslage

Ein mittelständischer Bau- und Servicedienstleister stand vor der Herausforderung, seine Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend digitalisierten Marktumfeld zu sichern. Steigende Anforderungen an Effizienz, Transparenz und Steuerbarkeit von Projekten trafen auf eine Organisation, deren digitale Entwicklung weder strategisch gesteuert noch strukturell verankert war.

Die Ausgangssituation war deshalb geprägt von einer Vielzahl isolierter Einzellösungen. Anwendungen wie BIM oder digitale Zwillinge waren zwar punktuell im Einsatz, jedoch ohne übergeordnetes Zielbild und ohne Integration in eine konsistente System- und Prozesslandschaft. Es fehlte sowohl an einer klar definierten digitalen Strategie als auch an einem gemeinsamen Verständnis für die Zusammenhänge und Potenziale der Digitalisierung innerhalb der Organisation. Insbesondere auf Ebene der Geschäftsführung und in Schlüsselpositionen zeigte sich ein unzureichend ausgeprägtes digitales Mindset, was die Steuerung und Priorisierung entsprechender Initiativen erheblich erschwerte. Investitionen verliefen dadurch ineffizient, Synergien blieben ungenutzt, und die Organisation konnte vorhandene Potenziale nicht heben.

Aufgabe

Vor diesem Hintergrund wurde ein ganzheitlicher Transformationsansatz initiiert, mit dem Ziel, Digitalisierung als integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie zu etablieren und nachhaltig in der Organisation zu verankern. 

Lösung

Im ersten Schritt erfolgte eine umfassende Analyse der bestehenden Systemlandschaft, der Prozesse sowie der organisatorischen Schnittstellen. Ergänzt durch strukturierte Interviews mit der Geschäftsführung und zentralen Führungskräften entstand ein klares Bild des digitalen Reifegrades, der bestehenden Hemmnisse und der wesentlichen Werthebel.

Auf dieser Grundlage wurde gemeinsam mit der Geschäftsführung ein unternehmensspezifisches Zielbild entwickelt, das die zukünftige digitale Architektur ebenso umfasste wie die Definition konkreter Handlungsfelder entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Integration bestehender Insellösungen in eine skalierbare Gesamtstruktur sowie auf der Schaffung von Transparenz in Projekten und Prozessen.

Darauf aufbauend wurde eine umsetzungsorientierte digitale Strategie erarbeitet, die klar priorisierte Initiativen mit messbarem wirtschaftlichem Nutzen definierte. Neben der Einführung einer übergreifenden Governance-Struktur für digitale Themen wurden konkrete Programme zur Standardisierung von Prozessen, zur Verbesserung der Datenverfügbarkeit und zur Integration zentraler Systeme aufgesetzt. Gleichzeitig wurden klare Steuerungskennzahlen etabliert, um Fortschritte messbar und Entscheidungen belastbar zu machen.

Die Umsetzung erfolgte unter konsequenter Einbindung und Verantwortung der Geschäftsführung. Eine zentrale Steuerungseinheit für die digitale Transformation wurde etabliert, Entscheidungs- und Priorisierungsprozesse klar definiert und bestehende Lösungen schrittweise in ein integriertes Gesamtsystem überführt. Parallel dazu wurde gezielt in die Entwicklung von Führungskompetenz investiert, um ein nachhaltiges digitales Mindset aufzubauen und die Organisation zur eigenständigen Weiterentwicklung zu befähigen.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor lag in der aktiven Einbindung des Beirats. Dieser wurde frühzeitig für die strategische Bedeutung der digitalen Transformation sensibilisiert und kontinuierlich in den Fortschritt eingebunden. Durch die gezielte Ergänzung um digitale Expertise konnte das Gremium seine Rolle als Sparringspartner und Impulsgeber deutlich stärken und die Transformation nachhaltig unterstützen.

Ergebnis

Bereits in einer frühen Phase der Umsetzung zeigten sich signifikante Verbesserungen. Die geschaffene Transparenz in Projekten und Prozessen führte zu einer höheren Steuerungsqualität, während die Reduktion von Doppelstrukturen und die Integration bislang isolierter Lösungen zu spürbaren Effizienzgewinnen beitrugen. Gleichzeitig verbesserte sich die Entscheidungsfähigkeit auf Geschäftsführungsebene deutlich, da digitale Initiativen nun klar priorisiert und strategisch eingeordnet werden konnten.

Der nachhaltige Mehrwert des Mandats lag in der konsequenten Verbindung von strategischer Klarheit, operativer Umsetzung und kultureller Transformation. Digitalisierung wurde nicht als technisches Einzelthema verstanden, sondern als unternehmensweiter Veränderungsprozess, der Führung, Struktur und Mindset gleichermaßen adressiert. Damit wurde die Grundlage geschaffen, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern und weiteres Wachstum gezielt zu ermöglichen.

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