By Ulf Camehn on Dienstag, 30. Juni 2026
Category: INTERIM MANAGER

Relevanz schlägt Größe: Was die Fitnessbranche über Wachstum, Führung und Zukunftsfähigkeit lehrt

Als ich Ende der neunziger Jahre hauptberuflich in die Fitnessbranche einstieg, war sie eine andere als heute. Zwar befand sich der Markt bereits auf Wachstumskurs, doch von der Professionalisierung, Kapitalstärke und Differenzierung, die wir heute erleben, war damals nur wenig zu erkennen.

Die meisten Studios waren inhabergeführt, viele Entscheidungen wurden aus dem Bauch heraus getroffen und erfolgreiche Unternehmen lebten in erster Linie von der Persönlichkeit ihrer Gründer.

Wer damals ein Fitnessstudio betrat, traf häufig auf den Inhaber oder Studioleiter persönlich. Mitarbeiter kannten ihre Mitglieder weitestgehend mit Namen, wussten, wer regelmäßig trainierte, wer gerade aus dem Urlaub zurückkam oder wer seit einigen Wochen nicht mehr erschienen war. Mitgliedschaften wurden auf Papier abgeschlossen, Schlüssel für die Umkleideschränke wurden dem Mitglied ausgehändigt, Kündigungen kamen per Einschreiben und Bargeld gehörte zum Tagesgeschäft. Die Kommunikation erfolgte persönlich, telefonisch oder schriftlich. Digitale Kundenreisen, Apps oder Künstliche Intelligenz spielten schlicht keine Rolle.

Natürlich war früher nicht alles besser. Die Branche war weniger professionell, viele betriebswirtschaftliche Instrumente steckten noch in den Kinderschuhen und Themen wie Controlling, Kennzahlensteuerung oder systematische Personalentwicklung waren längst nicht überall etabliert. Dennoch gab es eine Eigenschaft, die viele erfolgreiche Studios damals auszeichnete: die außergewöhnliche Nähe zum Kunden.

Nach meiner aktiven Zeit in der Fitnessbranche zwischen 1998 und 2007 führte mich mein beruflicher Weg zurück in den Automobilhandel. In unterschiedlichen Managementfunktionen und kaufmännischen Geschäftsführungen durfte ich die Entwicklung, Expansion und Professionalisierung mehrerer Unternehmensgruppen mitgestalten. Diese Jahre haben meinen Blick auf Unternehmensführung, Organisationsentwicklung und strategisches Wachstum entscheidend geprägt. Seit 2018 begleite ich Unternehmen als Interim Manager, CFO, CRO und Restrukturierungsmanager in Transformations- und Veränderungsprozessen. Parallel dazu habe ich mich fachlich auf Restrukturierung und Turnaround-Management spezialisiert – unter anderem als Certified Expert for Insolvency Management (CEIM) sowie als zertifizierter Transformations- und Turnaround-Manager. Seit August 2024 arbeite ich nun erneut intensiv in der Fitnessbranche. Heute betrachte ich die Branche jedoch nicht mehr aus der operativen Perspektive eines Clubmanagers oder Regionalleiters, sondern als Restrukturierungs- und Transformationsexperte, der Geschäftsmodelle, Organisationen und Wachstumsstrategien bewertet.

Gerade dieser Perspektivwechsel macht den Reiz aus. Vielleicht liegt genau darin der größte Unterschied zu meiner ersten Zeit in der Fitnessbranche. Damals beschäftigte mich vor allem die operative Exzellenz eines Studios. Heute interessiert mich vor allem die Frage, warum manche Geschäftsmodelle dauerhaft erfolgreich sind und andere trotz guter Ausgangsbedingungen scheitern.

Mich interessiert nicht nur, warum ein Studio erfolgreich ist, sondern welche Organisationsstrukturen, Führungsprinzipien und Geschäftsmodelle langfristig tragfähig sind. Genau deshalb lassen sich viele Entwicklungen der Fitnessbranche auch auf andere Wirtschaftszweige übertragen. Die Herausforderungen unterscheiden sich häufig weniger, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Viele Unternehmen stehen heute branchenunabhängig vor denselben Fragen: Wie gelingt nachhaltiges Wachstum? Wie lässt sich Qualität skalieren? Wie verändert Digitalisierung die Kundenbeziehung? Und wie entwickelt man aus einem erfolgreichen Einzelunternehmen eine leistungsfähige Organisation?

Die Fitnessbranche liefert darauf derzeit besonders spannende Antworten.

Vom Fitnessstudio zum Fitness-Ökosystem

Wer verstehen möchte, warum sich die Spielregeln der Fitnessbranche so grundlegend verändert haben, muss zunächst einen Schritt zurücktreten und den Markt aus einer größeren Perspektive betrachten. Die eigentliche Veränderung besteht nämlich nicht darin, dass Fitnessstudios moderner geworden sind oder heute über hochwertigere Geräte verfügen. Die eigentliche Veränderung besteht darin, dass sich das Wettbewerbsumfeld vollständig gewandelt hat.

Als ich bis 2007 in der Branche tätig war, konkurrierte ein Fitnessstudio in erster Linie mit anderen Fitnessstudios. Natürlich gab es unterschiedliche Konzepte und Preisniveaus, doch die Wettbewerbslandschaft war vergleichsweise übersichtlich. Wer trainieren wollte, entschied sich in der Regel zwischen einigen wenigen regionalen Anbietern.

Heute sieht die Situation vollkommen anders aus.

Eine aktuelle Darstellung von Deloitte beschreibt die Branche treffend als ein umfassendes Fitness-Ökosystem (siehe Abbilung). Diese Sichtweise halte ich für außerordentlich hilfreich, weil sie deutlich macht, dass Fitnessstudios längst nicht mehr nur mit anderen Studios konkurrieren. Der Kunde entscheidet heute zwischen einer Vielzahl unterschiedlichster Angebote: von klassischen Fitnessstudios über Boutique-Konzepte, Personal Training, Firmenfitness und Outdoor-Angebote bis hin zu Online-Fitnessstudios, Connected Fitness, Fitness-Apps, Wearables und zahlreichen spezialisierten Anbietern. Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen den einzelnen Segmenten zunehmend. Stationäre Angebote werden immer häufiger durch digitale Leistungen ergänzt, während sich der Wettbewerb längst nicht mehr nur innerhalb der Fitnessbranche, sondern um Zeit, Aufmerksamkeit und Relevanz des Kunden entwickelt.

Aus meiner Sicht fehlt in dieser Darstellung allerdings ein wichtiger Wettbewerber: der organisierte Vereinssport.

Nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sind inzwischen wieder rund 29 Millionen Mitgliedschaften in Sportvereinen registriert. Besonders dynamisch entwickeln sich gesundheitsorientierte Angebote wie Rückengymnastik, Rehasport, Yoga, Walking oder Seniorensport. Gleichzeitig investieren immer mehr Vereine in moderne Fitnessbereiche oder betreiben eigene Fitnessstudios, die ihren Mitgliedern häufig gegen einen vergleichsweise geringen Zusatzbeitrag zur Verfügung stehen. Hinzu kommt, dass vereinseigene Fitnessangebote zunehmend auch über Aggregatoren buchbar sind und damit eine Sichtbarkeit erreichen, die früher klassischen Fitnessstudios vorbehalten war.

Diese Entwicklung wird meines Erachtens häufig unterschätzt.

Wer heute über die Zukunft der Fitnessbranche spricht, sollte nicht ausschließlich auf andere Fitnessketten oder Discountanbieter schauen. Gerade im Wettbewerb um ältere Zielgruppen entwickeln sich Sportvereine zunehmend zu ernst zu nehmenden Konkurrenten. Sie verbinden Gesundheitsangebote mit sozialer Gemeinschaft, lokaler Verwurzelung und einem Preisniveau, das für viele Menschen attraktiv ist.

Damit verändert sich die zentrale strategische Fragestellung.

Früher lautete sie: Wie gewinne ich Mitglieder gegenüber dem Studio auf der anderen Straßenseite?

Heute lautet sie: Warum sollte sich ein Kunde überhaupt für ein Fitnessstudio entscheiden, und nicht für eines der zahlreichen anderen Angebote, die ihm ebenfalls Gesundheit, Bewegung und Lebensqualität versprechen?

Genau an dieser Stelle beginnt aus meiner Sicht der eigentliche Wettbewerb.

Er findet nämlich nicht mehr zwischen einzelnen Studios statt, sondern zwischen Relevanz und Austauschbarkeit.

Größe schafft Sichtbarkeit. Relevanz schafft Kunden. Ein Unternehmen kann Marktführer sein und dennoch an Bedeutung verlieren, wenn es die Bedürfnisse seiner Zielgruppe nicht mehr versteht. Umgekehrt können auch kleinere Anbieter außerordentlich erfolgreich sein, wenn sie für ihre Kunden ein unverzichtbares Leistungsversprechen entwickeln. Genau deshalb schlägt Relevanz langfristig Größe.

Der eigentliche Wettbewerb lautet: Profil gegen Austauschbarkeit

Wer die Entwicklung der Fitnessbranche ausschließlich durch die Brille „Einzelstudio gegen Fitnesskette" betrachtet, greift aus meiner Sicht zu kurz. Diese Diskussion wird seit Jahren geführt und lenkt dennoch von der eigentlichen Herausforderung ab. Denn die Größe eines Unternehmens entscheidet heute weit weniger über seinen Erfolg als seine Fähigkeit, für eine klar definierte Zielgruppe relevant zu sein.

Der eigentliche Wettbewerb findet deshalb nicht zwischen Ketten und inhabergeführten Studios statt.

Er findet zwischen Unternehmen statt, die ein klares Profil besitzen, und solchen, die für den Kunden austauschbar geworden sind.

Die Professionalisierung der Branche hat zweifellos dazu geführt, dass viele Prozesse heute deutlich effizienter ablaufen als noch vor zwanzig oder dreißig Jahren. Große Fitnessketten verfügen über standardisierte Abläufe, professionelle Marketingstrukturen, Einkaufsvorteile und eine hohe Markenbekanntheit. Diese Vorteile sind real und sie haben wesentlich dazu beigetragen, Fitness einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Gleichzeitig wäre es jedoch ein Fehler, daraus den Schluss zu ziehen, dass inhabergeführte Studios langfristig keine Zukunft mehr haben. Das Gegenteil ist der Fall. Viele der erfolgreichsten Einzelstudios zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie etwas bieten, was sich nur schwer kopieren lässt: persönliche Nähe, Glaubwürdigkeit, hohe Beratungskompetenz und eine konsequente Ausrichtung auf ihre Zielgruppe.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, welche Unternehmensform überlegen ist, sondern ob ein Unternehmen für seine Zielgruppe einen klar erkennbaren Mehrwert schafft.

In Restrukturierungsprojekten begegne ich immer wieder einem ähnlichen Muster. Unternehmen geraten selten deshalb in Schwierigkeiten, weil ihre Wettbewerber größer sind. Sie geraten in Schwierigkeiten, weil sie ihre eigene Positionierung verloren haben. Das gilt für Industrieunternehmen ebenso wie für Handelsunternehmen oder Dienstleister – und es gilt auch für die Fitnessbranche.

Viele Studios bewegen sich heute in einer strategisch schwierigen Mitte. Sie sind zu teuer, um mit Discount-Anbietern konkurrieren zu können. Gleichzeitig unterscheiden sie sich jedoch nicht ausreichend von Premiumkonzepten, um einen höheren Preis überzeugend zu rechtfertigen. Für den Kunden entsteht dadurch ein unklares Bild.

Wer kein eindeutiges Leistungsversprechen formulieren kann, wird zwangsläufig über Preis, Standort, Geräteausstattung oder kurzfristige Aktionen verglichen.

Genau an diesem Punkt beginnt Austauschbarkeit.

Relevanz entsteht dagegen immer dort, wo Unternehmen ein konkretes Problem ihrer Zielgruppe besser lösen als andere. Dieser Gedanke klingt zunächst selbstverständlich, wird im operativen Alltag jedoch erstaunlich häufig aus den Augen verloren. Viele Betreiber investieren erhebliche Summen in neue Geräte, moderne Raumkonzepte oder Marketingkampagnen. Gleichzeitig wird deutlich weniger darüber gesprochen, welches konkrete Problem für den Kunden eigentlich gelöst werden soll.

Ein Berufseinsteiger, ein Manager und ein Rentner verfolgen unterschiedliche Ziele. Eine ambitionierte Triathletin erwartet etwas anderes als ein Senior, der möglichst lange gesund, mobil und schmerzfrei bleiben möchte. Erfolgreiche Fitnessunternehmen richten ihre Angebote deshalb nicht an Altersgruppen aus, sondern an den Bedürfnissen ihrer Kunden. Wer alle Zielgruppen mit derselben Botschaft anspricht, wird am Ende keine von ihnen wirklich überzeugen.

Deshalb beginnt erfolgreiche Unternehmensentwicklung nicht mit der Auswahl neuer Geräte oder der Planung des nächsten Standortes. Sie beginnt mit der ehrlichen Antwort auf eine wesentlich grundlegendere Frage: Für wen wollen wir die beste Lösung sein?

Diese Frage entscheidet über Positionierung, Preisstrategie, Personal, Marketing und Investitionen. Sie entscheidet damit über die Zukunftsfähigkeit des gesamten Geschäftsmodells.

Die beste Fitnesskette kopiert kein Studio hundertmal

In den vergangenen Jahren durfte ich zahlreiche Filial- und Franchiseunternehmen außerhalb der Fitnessbranche begleiten. Dabei hat sich eine Erkenntnis immer wieder bestätigt: Wachstum ist nicht gleich Skalierung.

Viele Unternehmer glauben, dass ein erfolgreiches Konzept lediglich häufig genug wiederholt werden müsse, um dauerhaft erfolgreich zu wachsen. Genau an dieser Stelle beginnt jedoch das eigentliche Problem.

Die beste Fitnesskette ist aus meiner Sicht nicht diejenige, die ein Studio hundertmal kopiert.

Die beste Fitnesskette ist diejenige, die es schafft, die Qualität eines erfolgreichen Einzelstudios in ein belastbares System zu übersetzen.

Ich beschreibe diesen Gedanken häufig mit einer einfachen Formel: Tante Emma skalieren.

Dieser Satz wird gelegentlich missverstanden. Er ist weder ein Plädoyer für Nostalgie noch eine Kritik an modernen Organisationsformen. Vielmehr beschreibt er die eigentliche Managementaufgabe wachsender Unternehmen: Es geht darum, die persönliche Nähe, das Verständnis für den einzelnen Kunden und die Servicequalität eines erfolgreichen Einzelunternehmens so in Prozesse, Führung und digitale Systeme zu übersetzen, dass sie auch an zehn, fünfzig oder hundert Standorten erlebbar bleiben.

Was bedeutet „Tante Emma skalieren" konkret?

Die sprichwörtliche „Tante Emma" kannte ihre Stammkunden. Sie wusste, welche Produkte diese bevorzugten, welche Gewohnheiten sie hatten und worüber sie sich freuten. Ein guter Kaufmann erinnerte sich daran, welche Apfelsorte ein Kunde besonders gern kaufte, und informierte ihn, sobald diese wieder frisch eingetroffen war. Er wusste, welche neuen Produkte für welchen Kunden interessant sein könnten, weil er sich nicht nur für den Verkauf, sondern vor allem für den Menschen interessierte. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass gute Kaufleute ihre Kunden nie als Mitgliedsnummer oder Datensatz verstanden haben. Sie wussten, dass jedes Geschäftsmodell am Ende von einzelnen Kunden lebt und nicht von Durchschnittswerten oder Kennzahlen.

Björn Bloching (Global Head of Roland Berger Digital) bringt diesen Gedanken in seinem Buch Data Unser treffend auf den Punkt:

„Tante Emma wusste lange vor Zielgruppenmarketing, CRM und der Ökonomie der digitalen Welt, dass Märkte aus Einzelkunden bestehen, die sich am besten über gute Gespräche binden lassen."

Genau darin liegt aus meiner Sicht die eigentliche Herausforderung moderner Fitnessketten und Franchise-Systeme. Es genügt heute nicht mehr, lediglich Kontaktdaten oder Trainingshistorien zu speichern. Entscheidend ist, mit diesen Informationen intelligent zu arbeiten. Unternehmen müssen ihre Mitglieder verstehen, ihre Bedürfnisse erkennen und aus den vorhandenen Daten konkrete Mehrwerte schaffen. Digitale Systeme und Künstliche Intelligenz sollten deshalb nicht in erster Linie Prozesse automatisieren, sondern Mitarbeiter dabei unterstützen, bessere Beziehungen zu ihren Kunden aufzubauen.

Mit jedem zusätzlichen Standort verändert sich diese Aufgabe grundlegend. Persönliche Präsenz lässt sich nicht vervielfältigen, Aufmerksamkeit und Kundenorientierung hingegen schon. Voraussetzung ist allerdings, dass es gelingt, aus individuellen Stärken nachvollziehbare Prozesse zu entwickeln und diese konsequent in der Organisation zu verankern. Genau hier beginnt professionelle Organisationsentwicklung. Die Frage lautet nicht mehr, wie der Unternehmer selbst handeln würde. Die entscheidende Frage lautet vielmehr, wie aus seiner Haltung ein reproduzierbares Betreuungskonzept entsteht, das an jedem Standort in vergleichbarer Qualität gelebt werden kann.

Aus meiner Sicht braucht es dafür drei Voraussetzungen:

Erstens muss das Leistungsversprechen eindeutig definiert sein. Jeder Mitarbeiter muss verstehen, welche Betreuung der Kunde erwarten darf und welche Standards unverhandelbar sind. Qualität darf niemals vom Zufall oder von einzelnen Persönlichkeiten abhängen.

Zweitens entscheidet die Auswahl der richtigen Mitarbeiter über den Erfolg. Geräte lassen sich kaufen, Software lässt sich einführen und Prozesse lassen sich dokumentieren. Kundenorientierung entsteht jedoch ausschließlich im Kopf der Menschen, die täglich mit den Mitgliedern arbeiten. Wer nicht verinnerlicht hat, dass das Geld letztlich vom Kunden kommt, wird auch die besten Prozesse nicht mit Leben füllen.

Drittens müssen digitale Instrumente konsequent genutzt werden. Genau an dieser Stelle wird Künstliche Intelligenz aus meiner Sicht in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle übernehmen. Allerdings nicht deshalb, weil sie Menschen ersetzt, sondern weil sie menschliche Aufmerksamkeit systematisch unterstützt.

Ein modernes CRM-System kann beispielsweise erkennen, wenn ein neues Mitglied seine vereinbarten Einweisungstermine nicht vollständig wahrgenommen hat. Es kann automatisch eine Zufriedenheitsabfrage auslösen, wenn die ersten Trainingswochen abgeschlossen sind. Es kann darauf hinweisen, wenn ein Mitglied plötzlich deutlich seltener trainiert als zuvor. Es kann Erinnerungen für Erfolgskontrollen oder Trainingsplananpassungen erzeugen und ehemalige Mitglieder strukturiert ansprechen, um sie zurückzugewinnen.

All diese Möglichkeiten existieren bereits heute.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob die Technik verfügbar ist.

Die entscheidende Frage lautet, ob Unternehmen bereit sind, sie konsequent in den Dienst der Kundenorientierung zu stellen.

Genau darin sehe ich den eigentlichen Mehrwert von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz.

Technologie ersetzt keine Nähe zum Kunden. Sie ermöglicht vielmehr, diese Nähe systematisch zu organisieren und über eine gesamte Organisation hinweg erlebbar zu machen.

Genau darin besteht die eigentliche Kunst erfolgreicher Skalierung.

Warum Wachstum häufig scheitert – und warum Expansion kein Geschäftsmodell ist

Kaum ein Thema besitzt in der Fitnessbranche eine vergleichbare Strahlkraft wie Expansion. Neue Standorte gelten als sichtbares Zeichen unternehmerischen Erfolgs, steigende Mitgliederzahlen werden als Beleg einer funktionierenden Strategie interpretiert und wachsende Fitnessketten genießen hohe Aufmerksamkeit. Wachstum wirkt auf Unternehmer, Investoren und Mitarbeiter gleichermaßen attraktiv.

Diese Wahrnehmung ist nachvollziehbar. Gleichzeitig führt sie jedoch häufig zu einer gefährlichen Verkürzung.

Wachstum ist kein Geschäftsmodell.

Diese Erkenntnis begegnet mir in Restrukturierungs- und Transformationsprojekten seit vielen Jahren. Sie gilt für Handelsunternehmen ebenso wie für Logistikunternehmen, Dienstleister oder Franchise-Systeme. Die Fitnessbranche bildet hier keine Ausnahme.

Viele Unternehmen wachsen schneller als ihre Organisation.

Das eigentliche Problem beginnt selten mit dem zweiten oder dritten Standort, sondern deutlich früher. Nämlich in dem Moment, in dem unternehmerischer Erfolg ausschließlich über Expansion definiert wird. Wer Wachstum zum Selbstzweck erhebt, läuft Gefahr, die eigentlichen Voraussetzungen nachhaltiger Entwicklung aus dem Blick zu verlieren.

Der erste Standort funktioniert häufig deshalb hervorragend, weil der Unternehmer permanent präsent ist. Er kennt seine Mitglieder persönlich, ist nah an seinen Mitarbeitern und trifft Entscheidungen unmittelbar. Viele Abläufe entstehen nicht aus Handbüchern oder Prozessbeschreibungen, sondern aus Erfahrung, Intuition und kurzen Kommunikationswegen. Das funktioniert erstaunlich gut, solange das Unternehmen überschaubar bleibt.

Mit jedem weiteren Standort verändert sich diese Ausgangssituation jedoch grundlegend. Persönliche Präsenz lässt sich nicht vervielfältigen. Unternehmenskultur entsteht nicht mehr automatisch. Informationen müssen strukturiert fließen, Verantwortlichkeiten klar definiert und Entscheidungen nachvollziehbar dokumentiert werden. Aus einem erfolgreichen Studio wird Schritt für Schritt eine Organisation.

Genau an diesem Übergang scheitern viele Expansionen.

Nicht der Standort ist das Problem, nicht der Wettbewerb und nicht die Finanzierung.

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, dass die Organisation nicht mit dem Wachstum Schritt gehalten hat.

In der Restrukturierung zeigt sich dieses Muster immer wieder. Unternehmen investieren in neue Flächen, neue Geräte oder neue Märkte, ohne gleichzeitig Führung, Prozesse, Personalentwicklung und Controlling auf das nächste Entwicklungsniveau zu bringen. Wachstum erzeugt jedoch zwangsläufig Komplexität. Wer diese Komplexität nicht aktiv gestaltet, wird früher oder später von ihr eingeholt.

Ein Satz begleitet mich deshalb seit vielen Jahren: Die Organisation muss stärker sein als das Produkt.

Dieser Gedanke lässt sich auf nahezu jedes Geschäftsmodell übertragen. Ein hervorragendes Produkt kann Schwächen in der Organisation eine Zeit lang überdecken. Dauerhaft trägt es sie jedoch nicht. Irgendwann entstehen Reibungsverluste, Qualitätsunterschiede zwischen Standorten, steigende Fluktuation, unklare Verantwortlichkeiten oder sinkende Kundenzufriedenheit.

Gerade Franchise-Systeme zeigen sehr deutlich, warum Organisationsentwicklung weit mehr ist als das Schreiben von Handbüchern. Erfolgreiches Franchising bedeutet nicht, möglichst viele Lizenzpartner zu gewinnen. Erfolgreiches Franchising bedeutet, Unternehmertum in ein reproduzierbares System zu übersetzen. Standards schaffen Orientierung, sie ersetzen jedoch niemals Führung.

Deshalb beginnt nachhaltige Expansion lange vor dem nächsten Standort.

Sie beginnt mit der Frage, ob das bestehende Geschäftsmodell bereits so stabil organisiert ist, dass Qualität unabhängig von einzelnen Personen entsteht. Erst wenn Prozesse, Rollen, Kennzahlen, Unternehmenskultur und Führung belastbar sind, wird Wachstum zu einer echten Chance und nicht zu einem zusätzlichen Risiko.

Transformation bedeutet deshalb nicht, ein bestehendes Unternehmen größer zu machen. Transformation bedeutet, ein Unternehmen so weiterzuentwickeln, dass Wachstum überhaupt erst dauerhaft möglich wird.

Die unterschätzte Wachstumschance: Die Generation 55+

Kaum ein Thema wird in der Fitnessbranche seit Jahren so intensiv diskutiert wie die Zielgruppe der über 55-Jährigen. Gleichzeitig bleibt der wirtschaftliche Erfolg vieler Konzepte hinter den Erwartungen zurück. Aus meiner Sicht liegt das weniger an der Zielgruppe selbst als vielmehr an der Art, wie sie angesprochen wird.

Die demografische Entwicklung spricht eine eindeutige Sprache. Unsere Gesellschaft wird älter, gleichzeitig steigt das Gesundheitsbewusstsein kontinuierlich. Medizinischer Fortschritt, höhere Lebenserwartung und der Wunsch nach einem möglichst selbstbestimmten Leben eröffnen der Fitnessbranche enorme Chancen.

Dennoch greifen viele Marketingbotschaften noch immer zu kurz.

Ältere Menschen kaufen selten Fitness um der Fitness willen.

Sie kaufen die Aussicht, möglichst lange unabhängig zu bleiben. Sie möchten mit ihren Enkeln spielen können, ohne nach wenigen Minuten außer Atem zu sein. Sie möchten Wanderungen unternehmen, Rad fahren oder Reisen genießen. Sie möchten Stürzen vorbeugen, ihre Muskulatur erhalten und Erkrankungen wie Osteoporose aktiv entgegenwirken. Kurz gesagt: Sie investieren nicht in Geräte, sondern in Lebensqualität.

Genau darin liegt ein entscheidender Perspektivwechsel.

Wer dieser Zielgruppe ausschließlich Trainingspläne, Geräteparks oder Mitgliedschaften verkauft, spricht häufig an ihren eigentlichen Bedürfnissen vorbei. Erfolgreich werden diejenigen Anbieter sein, die Gesundheitskompetenz mit konkreten Problemlösungen verbinden.

Hinzu kommt ein Aspekt, der in vielen Strategiediskussionen kaum berücksichtigt wird: Mit dem Eintritt in den Ruhestand verändert sich nicht nur die verfügbare Zeit, sondern häufig auch die finanzielle Situation. Freizeit nimmt zu, das verfügbare Einkommen dagegen sinkt in vielen Fällen. Genau deshalb gewinnt der richtige Preispunkt erheblich an Bedeutung.

An dieser Stelle entsteht erneut Wettbewerb – und zwar nicht nur innerhalb der Fitnessbranche.

Sportvereine verfügen häufig über ein überzeugendes Gesamtpaket. Für einen vergleichsweise geringen Mitgliedsbeitrag erhalten Menschen Zugang zu Gemeinschaft, gesundheitsorientierten Kursen und zunehmend auch zu vereinseigenen Fitnessstudios. Diese Kombination ist insbesondere für ältere Zielgruppen attraktiv. Hinzu kommt eine starke lokale Verankerung, die kommerzielle Anbieter erst aufbauen müssen.

Wer die Generation 55+ nachhaltig gewinnen möchte, sollte deshalb nicht ausschließlich auf andere Fitnessketten schauen. Er konkurriert ebenso mit Sportvereinen, Reha-Angeboten, Physiotherapiepraxen und gesundheitsorientierten Netzwerken.

Gerade deshalb halte ich den organisierten Sport für einen Wettbewerber, der in vielen Marktbetrachtungen unterschätzt wird. Die bekannten Darstellungen des Fitness-Ökosystems zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die Branche inzwischen geworden ist. Aus meiner Sicht sollte der organisierte Vereinssport darin jedoch berücksichtigt werden.

Für Fitnessunternehmen ergibt sich daraus eine klare Konsequenz:

Die Zukunft liegt nicht darin, möglichst viele Zielgruppen gleichzeitig anzusprechen.

Sie liegt darin, die Bedürfnisse einer Zielgruppe besser zu verstehen als der Wettbewerb und daraus ein konsequent differenziertes Leistungsversprechen zu entwickeln.

Fitness ist keine Gerätebranche: Vom Produkt- zum Lösungsanbieter

Je länger ich mich mit der Entwicklung der Fitnessbranche beschäftige, desto stärker verfestigt sich bei mir eine Überzeugung: Die Fitnessbranche ist keine Gerätebranche. Sie war es nie. Geräte gehören zum Werkzeug eines Fitnessunternehmens – nicht zu seinem eigentlichen Geschäftsmodell.

Menschen kaufen keine Beinpresse, kein Laufband und keine Hantelbank. Sie kaufen Hoffnung, Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Attraktivität. Vor allem aber kaufen sie die Erwartung, ein konkretes Problem zu lösen.

Dieser Gedanke verändert den Blick auf nahezu alle unternehmerischen Entscheidungen. Wer nicht Geräte verkauft, sondern Problemlösungen, wird Marketing, Vertrieb, Betreuung, Digitalisierung und Innovation völlig anders denken.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis, die ich nach meiner Rückkehr in die Fitnessbranche mitnehme.

Die Branche ist größer geworden, professioneller, kapitalstärker und digitaler.

Vor allem aber ist sie anspruchsvoller geworden.

Erfolgreich werden deshalb nicht automatisch diejenigen Unternehmen sein, die die größte Fläche betreiben oder das modernste Equipment besitzen.

Erfolgreich werden diejenigen sein, die ihre Zielgruppe besser verstehen als der Wettbewerb und ihre Organisation konsequent auf dieses Verständnis ausrichten.

Wohin entwickelt sich die Fitnessbranche?

Die Fitnessbranche befindet sich aus meiner Sicht an einem Wendepunkt. Viele Entwicklungen, die in den vergangenen Jahren begonnen haben, werden sich in den kommenden fünf bis zehn Jahren deutlich beschleunigen. Dazu gehören die fortschreitende Konsolidierung des Marktes ebenso wie die Professionalisierung von Franchise-Systemen, die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz, der Einstieg weiterer Finanzinvestoren sowie die stärkere Verzahnung von Fitness, Prävention und Medizin.

Diese Entwicklung ist grundsätzlich positiv.

Sie wird allerdings auch dazu führen, dass die Anforderungen an Managementqualität weiter steigen werden.

In den vergangenen Jahrzehnten konnten viele Unternehmen erfolgreich sein, obwohl Prozesse nicht vollständig ausgereift waren oder Führungsstrukturen eher intuitiv funktionierten. Mit zunehmender Unternehmensgröße und steigender Markttransparenz wird dieser Spielraum kleiner. Professionelles Management wird deshalb zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor.

Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei Fitnessketten und Franchise-Systemen. Mit jedem zusätzlichen Standort steigen nicht nur Umsatz und Marktanteil, sondern auch die Anforderungen an Steuerung, Kommunikation, Personalentwicklung und Unternehmenskultur. Wer Filialisierung lediglich als Flächenwachstum versteht, unterschätzt die eigentliche Managementaufgabe.

Filialisierung ist Organisationsentwicklung, Franchising ebenso.

Transformation beginnt deshalb nicht erst in der Krise. Sie beginnt in dem Moment, in dem Unternehmer erkennen, dass sie ihr Geschäftsmodell kontinuierlich weiterentwickeln müssen.

Denn jedes Geschäftsmodell wird irgendwann einmal angegriffen. Mal durch technologische Entwicklungen, mal durch veränderte Kundenbedürfnisse, neue Wettbewerber oder regulatorische Veränderungen. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob sich ein Geschäftsmodell verändern muss, sondern ob Unternehmen diesen Wandel aktiv gestalten oder erst dann reagieren, wenn die Krise bereits sichtbar geworden ist.

Gerade dieser Gedanke beschäftigt mich in meinen Restrukturierungs- und Transformationsprojekten immer wieder. Die meisten Unternehmen geraten nicht deshalb unter Druck, weil sich der Markt plötzlich verändert. Sie geraten unter Druck, weil sie auf Veränderungen zu spät reagieren. Geschäftsmodelle altern schleichend. Kundenbedürfnisse verändern sich kontinuierlich. Neue Wettbewerber entstehen oft außerhalb der eigenen Branche. Wer diese Entwicklungen erst wahrnimmt, wenn Umsätze zurückgehen oder Erträge sinken, hat wertvolle Zeit verloren.

Die Fitnessbranche liefert hierfür zahlreiche Beispiele.

Noch vor wenigen Jahren wurde intensiv darüber diskutiert, ob digitale Trainingsangebote klassische Studios ersetzen würden. Diese Diskussion greift heute zu kurz. Digitale Angebote sind längst Bestandteil des Marktes geworden. Sie ergänzen bestehende Geschäftsmodelle, verändern Kundenerwartungen und schaffen neue Kontaktpunkte. Erfolgreiche Unternehmen stellen deshalb nicht die Frage, ob Digitalisierung sinnvoll ist. Sie überlegen vielmehr, wie digitale Möglichkeiten den Kundennutzen erhöhen und interne Prozesse verbessern können.

Ähnlich verhält es sich mit Künstlicher Intelligenz.

In vielen Diskussionen dominiert noch immer die Sorge, dass KI Arbeitsplätze ersetzen könnte. Aus meiner Sicht greift auch diese Betrachtung zu kurz. Der eigentliche Nutzen von Künstlicher Intelligenz liegt nicht darin, Mitarbeiter zu ersetzen, sondern Managementqualität zu erhöhen.

KI kann tausende Mitgliederbewertungen analysieren und daraus konkrete Verbesserungsmaßnahmen ableiten. Sie kann erkennen, welche Kündigungsgründe sich häufen, welche Standorte auffällig hohe Fluktuationsquoten aufweisen oder welche Betreuungsprozesse besonders erfolgreich sind. Sie kann Mitglieder segmentieren, individuelle Kommunikation unterstützen oder Hinweise auf sinkende Trainingsaktivitäten geben.

Entscheidend bleibt jedoch, was Unternehmen aus diesen Informationen machen.

Daten allein verändern keine Organisation.

Erst wenn Führungskräfte bereit sind, aus Daten Entscheidungen abzuleiten und diese konsequent umzusetzen, entsteht echter Mehrwert.

Genau deshalb wird Managementqualität künftig noch stärker über den Unternehmenserfolg entscheiden als heute.

Was Unternehmen aus der Fitnessbranche lernen können

Obwohl dieser Beitrag die Fitnessbranche als Beispiel nutzt, richtet er sich ausdrücklich nicht nur an Unternehmer dieser Branche.

Viele Entwicklungen lassen sich nahezu eins zu eins auf andere Geschäftsmodelle übertragen.

Der Handel steht vor ähnlichen Herausforderungen wie Fitnessketten. Auch dort verändern Digitalisierung, Plattformökonomie und verändertes Kundenverhalten etablierte Geschäftsmodelle. Dienstleistungsunternehmen müssen sich zunehmend über Kundenerlebnis und Spezialisierung differenzieren. Franchise-Systeme stehen vor der Aufgabe, Unternehmertum in standardisierte Prozesse zu übersetzen, ohne dabei ihre Kultur zu verlieren. Familienunternehmen fragen sich, wie sie wachsen können, ohne ihre Identität aufzugeben.

Die Antworten ähneln sich erstaunlich.

Unternehmen benötigen eine klare Positionierung, belastbare Organisationsstrukturen und Führungskräfte, die Veränderung gestalten können.

Und sie benötigen den Mut, ihr Geschäftsmodell regelmäßig zu hinterfragen.

Genau darin unterscheidet sich Transformation von kurzfristiger Optimierung.

Transformation bedeutet nicht, bestehende Prozesse ein wenig effizienter zu gestalten. Es bedeutet, das Unternehmen konsequent aus der Perspektive des Kunden neu zu denken und Strukturen zu schaffen, die auch unter veränderten Rahmenbedingungen funktionieren.

Aus meiner Sicht ist das die eigentliche Managementaufgabe der kommenden Jahre.

Fazit

Wenn ich heute auf meine ersten Jahre in der Fitnessbranche zurückblicke, sehe ich eine Branche, die sich in nahezu allen Bereichen verändert hat. Sie ist größer geworden, professioneller, internationaler und technologisch deutlich weiterentwickelt als Ende der neunziger Jahre. Gleichzeitig ist sie anspruchsvoller geworden. Wettbewerb findet heute nicht mehr ausschließlich innerhalb der Branche statt, sondern in einem komplexen Ökosystem aus unterschiedlichsten Gesundheits-, Freizeit- und Bewegungsangeboten.

Gerade deshalb reicht es nicht mehr aus, auf bewährte Erfolgsrezepte zu vertrauen. Unternehmen müssen ihre Positionierung regelmäßig hinterfragen, ihre Organisation konsequent weiterentwickeln und bereit sein, ihr Geschäftsmodell immer wieder an veränderte Marktbedingungen anzupassen.

Die Zukunft gehört aus meiner Sicht weder automatisch den größten Unternehmen noch den günstigsten Anbietern.

Sie gehört denjenigen, die ihre Zielgruppe besser verstehen als der Wettbewerb, daraus ein überzeugendes Leistungsversprechen entwickeln und dieses mit einer leistungsfähigen Organisation konsequent umsetzen.

Genau darin liegt der Unterschied zwischen Wachstum und nachhaltigem Unternehmenserfolg.

Die Fitnessbranche zeigt diese Zusammenhänge derzeit besonders eindrucksvoll.

Sie ist damit weit mehr als nur ein interessanter Wirtschaftssektor. Sie ist ein Lehrstück darüber, wie Unternehmen mit Transformation, Digitalisierung, Organisationsentwicklung und veränderten Kundenbedürfnissen umgehen können.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis nach meiner Rückkehr in diese Branche. Der Blick von außen hat meinen Respekt vor der Entwicklung der Fitnessbranche eher vergrößert als verkleinert. Gleichzeitig hat er mir gezeigt, dass ihre Herausforderungen heute weniger sportlicher als unternehmerischer Natur sind.

Nicht die Geräte haben sich am stärksten verändert, nicht die Trainingsmethoden, nicht einmal die Geschäftsmodelle.

Am stärksten verändert hat sich die Erwartung der Kunden.

Unternehmen, die diese Erwartung verstehen und ihre Organisation konsequent daran ausrichten, werden auch in Zukunft erfolgreich sein.

Alle anderen werden feststellen, dass Größe allein kein Wettbewerbsvorteil ist – Relevanz dagegen schon.

PROFIL VON ULF CAMEHN BEI UNITEDINTERIM - AUF DAS PROFESSIONELLE INTERIM MANAGEMENT SPEZIALISIERTE PLATTFORM FÜR DIE DACH-REGION

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