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Hält die Digitalisierung, was die Experten versprechen?

Dr. Angelika Kolb-Telieps - Innovation und Qualität

Ich erlebe es immer wieder, dass Unternehmen ein ERP-System einführen oder ein altes System durch ein neues ersetzen und dann enttäuscht sind.

Enttäuschte Erwartungen

Hatten die Führungskräfte vorher hohe Erwartungen, nicht selten an kürzere Durchlaufzeiten, so werden diese oftmals nicht erfüllt. Schlimmer noch: Wenn jemand eine gute Idee hat, einen Prozess zu optimieren, lässt sich so einfach nichts mehr ändern. Jetzt muss immer auch die Software angepasst werden, häufig von externen Dienstleistern, die gerade in dem Moment, wo sie dringend gebraucht werden, wenig Zeit haben.

Zu bereits existierenden Access- und Excel-Datenbanken speichert das neue ERP-System noch eine Fülle weiterer Daten über Kunden, Fertigungsschritte, Produkteigenschaften, die Logistik und vieles mehr. 

Vielleicht liegen in einer Oracle-Datenbank auch noch interessante Fertigungsparameter in speziellen Formaten. Nun wäre es schön, diesen Daten wertvolle Erkenntnisse zu entlocken, zum Beispiel wenn Probleme mit wiederkehrenden Kundenreklamationen gelöst werden sollen. Doch dafür müssten die Daten aus den verschiedenen Systemen händisch zusammengeführt werden und dafür hat niemand Zeit.

Hält die Digitalisierung also doch nicht, was die Experten versprechen?

Erfüllte Erwartungen

Doch, das tut sie, nur müssen wir als (Interim) Manager geschickt vorgehen!

Das heißt, keine ineffizienten Prozesse digital einfrieren. Vor der Digitalisierung oder wenigstens parallel müssen die Prozesse verschlankt werden. Ich nenne es Lean 2.0. Dann erreichen wir tatsächlich kürzere Durchlaufzeiten.

Sowohl im Miteinander der Menschen und Abteilungen als auch dem der IT-Tools müssen Schnittstellen geklärt werden. Weder hohe Mauern zwischen Abteilungen noch Medienbrüche in der IT-Landschaft lassen effiziente Prozesse und Auswertungen von Daten unterschiedlicher Herkunft zu. Das heißt nicht, dass alle Daten in ein System gepackt werden müssen, aber es müssen Möglichkeiten geschaffen werden, alle Daten zusammenzuführen.

Bei der Lösung von Reklamationsproblemen in fertigenden Betrieben hilft beispielsweise die gemeinsame Auswertung von Fertigungsparametern und Labordaten der Produkteigenschaften. Ist dies nicht so ohne weiteres möglich, bietet der Markt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein dafür geeignetes Tool an.

Mit effizienten Prozessen und ohne Medienbrüche macht die Digitalisierung erst richtig Spaß!

Dr. Angelika Kolb-Telieps

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Kommentare 2

Peter Lüthi am Mittwoch, 17. Januar 2018 17:44

Sehr geehrte Frau Dr. Kolb-Telieps

Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag, ich kann Ihnen nur beipflichten.

Für mich ist die systematische Reduktion der Durchlaufzeit DAS entscheidende Reengineering-Instrument und ein ERP oder eine Software dient nur zur Unterstützung. Im Zentrum muss, wie Sie richtig sagen, die Prozessverbesserung stehen und meist geht das nur über eine Verschlankung.

Hier noch ein weiterer Lösungsansatz, den ich immer wieder erfolgreich anwende. Wenn immer möglich ist eine zentrale Datenbank schon anzustreben und ein Upload von Daten aus «fremden» Systemen ist heute meist auch kein grosses Problem mehr. Die Auswertung für Entscheidungsgrundlagen ist dezentral jedoch viel effizienter. Ein Download in EXCEL, mit der einfachen Möglichkeit zu sortieren und vor allem zu filtern, eignet sich dazu hervorragend. Manchmal helfen noch kleine und einfache VBA-Programme (Makros) um Daten so aufzubereiten, dass sie auch sinnvoll dargestellt werden können.

Damit können schnelle Resultate erzielt werden (meist ohne auf die IT warten zu müssen) und man kann einfach optimieren bevor die die definitive Lösung, mit grösserem Aufwand, in das Zentralsystem integriert wird.


Beste Grüsse

Peter Lüthi

Sehr geehrte Frau Dr. Kolb-Telieps Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag, ich kann Ihnen nur beipflichten. Für mich ist die systematische Reduktion der Durchlaufzeit DAS entscheidende Reengineering-Instrument und ein ERP oder eine Software dient nur zur Unterstützung. Im Zentrum muss, wie Sie richtig sagen, die Prozessverbesserung stehen und meist geht das nur über eine Verschlankung. Hier noch ein weiterer Lösungsansatz, den ich immer wieder erfolgreich anwende. Wenn immer möglich ist eine zentrale Datenbank schon anzustreben und ein Upload von Daten aus «fremden» Systemen ist heute meist auch kein grosses Problem mehr. Die Auswertung für Entscheidungsgrundlagen ist dezentral jedoch viel effizienter. Ein Download in EXCEL, mit der einfachen Möglichkeit zu sortieren und vor allem zu filtern, eignet sich dazu hervorragend. Manchmal helfen noch kleine und einfache VBA-Programme (Makros) um Daten so aufzubereiten, dass sie auch sinnvoll dargestellt werden können. Damit können schnelle Resultate erzielt werden (meist ohne auf die IT warten zu müssen) und man kann einfach optimieren bevor die die definitive Lösung, mit grösserem Aufwand, in das Zentralsystem integriert wird. Beste Grüsse Peter Lüthi
Manfred Richter am Mittwoch, 17. Januar 2018 11:10

Sehr geehrte Frau Dr. Kolb-Telieps,

ja, unbedingt erst die Prozesse, Schnittstellen und Daten bereichsübergreifend definieren und die Verfahren verschlanken. Die Mitarbeiter aus allen betroffenen Abteilungen einbinden und überlegen, was genau man wie mit dem neuen ERP System oder weiter mit "Industrie 4.0" und "Digitalisierung" ganzheitlich im Unternehmen erreichen will. Dann mit der Technik realisieren.

Oder noch klarer: Digitalisierung löst nicht automatisch bereichsübergreifende Schnittstellenprobleme und umständliche Unternehmens-Prozesse. Wenn diese anläßlich einer neuen Technik angegangen und danach "digitalisiert" werden, dann ist das nachhaltig.


Viele Grüße
Manfred Richter

Sehr geehrte Frau Dr. Kolb-Telieps, ja, unbedingt erst die Prozesse, Schnittstellen und Daten bereichsübergreifend definieren und die Verfahren verschlanken. Die Mitarbeiter aus allen betroffenen Abteilungen einbinden und überlegen, was genau man wie mit dem neuen ERP System oder weiter mit "Industrie 4.0" und "Digitalisierung" ganzheitlich im Unternehmen erreichen will. Dann mit der Technik realisieren. Oder noch klarer: Digitalisierung löst nicht automatisch bereichsübergreifende Schnittstellenprobleme und umständliche Unternehmens-Prozesse. Wenn diese anläßlich einer neuen Technik angegangen und danach "digitalisiert" werden, dann ist das nachhaltig. Viele Grüße Manfred Richter
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