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Case-Studies und Blogbeiträge von professionellen Interim Managern und Interim Managerinnen

ÖPNV: Modernisierung der Nahverkehrsflotte mit 650 Fahrzeugen

Branche: Verkehr – Schienenverkehr (ÖPNV)

Linie: Technik und Einkauf – Projektleitung 

Thema: Audit, Ausschreibung, Lieferfähigkeit, Qualitätsmanagement, Wartung

Umsatz: 746 Mio. Euro

Mitarbeiter: 2.750

Aufgabe: 

Die bestehende Fahrzeugflotte setzte sich aus Fahrzeugen zusammen, die im Durchschnitt ca. 25 Jahre im Betrieb waren. Die gesamte Flotte wird im Auftrag des ausschreibenden Verkehrsunternehmens einer Überholung unterzogen mit dem Ziel, die Lebensdauer der Fahrzeuge um 15 – 20 Jahre zu verlängern. Die Fahrzeuge sind ohne Einschränkung der vertraglichen garantierten Verkehrsleistung zu modernisieren. 

Erstellung von 150 maßnahmenscharfen Einzelbudgets, in Bezug auf die technischen Vorgaben, zur Verfügung stehende Mittel und den Umsetzungszeitraum. Die einzelnen Maßnahmen sind in Hinblick auf die Einhaltung der technischen Vorgaben, Kosten und Terminen von der Projektleitung zu führen und zu überwachen. 

Die Projektleitung berichtet monatlich dem installierten Lenkungskreis, bestehend aus den Bereichsleitern der beteiligten Konzernabteilungen und dem technischen und kaufmännischen Vorstand des Unternehmens, über die Entwicklung von Kosten und Terminen und stellt vorhandenes Risikopotential dar. 

Zur effektiven Projektführung wurden bereits beginnend 2018 in verstärktem Maße digitale Konferenzen abgehalten. Mit Beginn der Corona-Einschränkungen wurden 2019 sämtliche Team- Meetings, Lieferantenbesprechungen und sonstige interne Meetings weitgehend auf online-Formate umgestellt. Verwendete Formate: Microsoft Teams, Zoom, Goto Meeting

 Lösung: 

1. Initialisieren, Impulse geben, begleiten, steuern und überwachen des Konstruktionsprozesses bei internen und externen Bearbeitern für die 60 definierten Einzelmaßnahmen der älteren Baureihen und 90 Einzelmaßnahmen der großen Baureihe. Die Projekte reichen von Antriebs- und Steuerungstechnik, Innenausstattung bis hin zur Korrosionssanierung der Wagenkästen. Teilnahme an den Konstruktionsbesprechungen. Kosten- und Terminkontrolle. Freigabe der Konstruktionen 

2. Erstellung von Lastenheften zur Beschaffung neuer Komponenten in einer öffentlichen, internationalen Ausschreibung. Festlegung der technischen Muss- und Soll-Kriterien. Erstellung einer technische Bewertungsmatrix zur Beurteilung der eingehenden Angebote. Durchführung von Audits zur Lieferantenauswahl. 

3. Technische Begleitung des Einkaufs bei Ausschreibung und Vergabe der Einzelprojekte. Interne Prüfung und Bewertung potenzieller internationaler Lieferanten. Technische Bewertung der eingegangenen Angebote. Lieferantengespräche zur Klärung der vorgesehenen technischen Umsetzung. Begleitung der Lieferanten bei der Umsetzung der Einzelaufträge. Kosten- und Terminkontrolle. 

4. Abhängig von der Größe des jeweiligen Einzelprojekts wurden die Erstmusterabnahmen durch die Projektleitung bei den weltweit ausgewählten Lieferanten durchgeführt.

5. Umsetzung der Baumaßnahmen in der Produktion. Das Unternehmen verfügt über eine eigene, schwere Instandhaltung, die mit dem Umbau der Fahrzeuge beauftragt wurde. Die 60 Einzelmaßnahmen zum Umbau der beiden älteren Baureihen (150 Fahrzeuge) wurden bereits 2016 an die Produktion übergeben. Auftretende Probleme, aufgrund technischer Unterschiede der einzelnen Fahrzeuge, wurden gemeinsam mit der Produktion analysiert und abgestellt. Die Maßnahmen wurden 2018 abgeschlossen. Der Umbau der die größeren Baureihe (500 Fahrzeuge) wurde mit 3 Probefahrzeugen in 2019 gestartet. Wie bei den älteren Baureihen gab es auch hier Anpassungsprobleme aufgrund technischer Unterschiede bedingt auch durch 3 unterschiedliche Bauserien innerhalb der Flotte. Aus diesen technischen Problemen resultierende Anpassungen wurden 2019 und 2020 vorgenommen. 

6. Stabilisierung der Lieferantenstruktur. Da auch bei der umfangreichen Lieferantenstruktur Liefer- und Qualitätsprobleme in der Serienbelieferung auftraten, wurde 2020 ein Fokus auf die Entwicklung und Stabilisierung von Problem-Lieferanten gelegt. Durch vor Ort durchgeführte Qualitätsaudits und Überwachung der durchzuführenden Maßnahmen in den Produktionen wurde bis Ende 2020 eine stabile Struktur bei allen wichtigen Lieferanten hergestellt. 

Ergebnis: 

Die in der Projektplanung vorgegebenen Projektziele in Bezug auf Termin und Umsetzung des Projekts wurden wie geplant erreicht. Der geplante Kostenrahmen wurde nicht vollständig ausgeschöpft. Es stehen für den Verlauf des mehrjährigen Umbaus der Fahrzeuge Reserven zur Verfügung.

Raimund Strub

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