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Technologischer Analphabetismus: Müssen Vorstände jetzt programmieren lernen?

Rafael Knuth - Marketing Digital Transformation

Neulich hatte ich am Rande einer Konferenz ein Gespräch mit dem Vorstandsmitglied eines deutschen Mittelständlers. In einer Pause zwischen zwei Vorträgen meinte mein Gegenüber: „Wissen Sie was, wir haben eigentlich von Technologie keine Ahnung."

Das Geständnis mag zwar in seiner entwaffnenden Art ungewöhnlich sein, doch es offenbart einen weit verbreiteten Missstand: Führungskräfte sind mit den technologischen Herausforderungen überfordert.

Wobei „überfordert" noch gelinde ausgedrückt ist. Es fehlt oft an elementarem Verständnis – und es ist durchaus zutreffend, von Technologischem Analphabetismus zu sprechen. Wer in einer natürlichen Sprache das Lesen und Schreiben nicht beherrscht, gilt als Analphabet. Die Sprache der Digitalen Welt ist … Code. Wer nie eine Programmzeile geschrieben hat, Code nicht schreiben und auch nicht lesen kann, ist so betrachtet ein Technologischer Analphabet.

Müssen Vorstände jetzt programmieren lernen? Die Frage spaltet meine Gesprächspartner, Kunden, Kollegen – und ich bin auf Ihre Kommentare hier gespannt. Lassen Sie mich meine Sicht der Dinge erläutern. Die kurze Antwort: „Ja, Vorstände müssen programmieren lernen." Die längere Antwort:

Der US-Amerikanische Investor Marc Andreeseen sagte einmal: „Software isst die Welt auf." Wenn also die Parole ausgerufen wird, dass Unternehmen sich dem Digitalen Wandel stellen müssen, bedeutet es übersetzt nichts anderes als: „Software ‚frisst' sich in die Kernprozesse des Unternehmens hinein."

Man kann sich als Führungskraft Berater ins Haus holen, die Aufklärungsarbeit leisten. Nur verlässt man sich da auf Wissen aus zweiter Hand. Mein eigener Weg führte vom Technologischen Analphabeten hin zu passablen Programmierkenntnissen und ersten Erfahrungen mit dem Training von Machine Learning Modellen. Nun werde ich nie zu einem vollblütigen Programmierer. Aber ich kann mich mit einem solchen auf Augenhöhe austauschen.

Was gewinnen Vorstände, wenn sie programmieren Lernen? Selbstvertrauen!

Aus Erfahrung kann ich sagen: Wer eine Programmiersprache in Grundzügen beherrscht und selbst einfachste Anwendungen schreiben und in der Cloud bereitstellen kann, gewinnt unglaublich viel an Selbstvertrauen: Man beginnt, den technologischen Wandel unserer Zeit auf einer fundamentalen Ebene zu begreifen – wortwörtlich. Der Weg dorthin ist mühsam, doch die Anstrengung ist es allemal wert. Immerhin geht es oft um die Zukunft des eigenen Unternehmens und damit um hunderte wenn nicht gar tausende von Arbeitsplätzen.

Wie man Schritt für Schritt sich aus den Fängen des Technologischen Analphabetismus befreit, würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Sie finden eine Schritt-für-Schritt-Anleitung hier. Doch jetzt sind Sie dran: Was ist Ihre Meinung zum Thema? Ich bin auf Ihre Kommentare gespannt!

Rafael Knuth ist als Digital Transformation Berater tätig. Er hat umfangreiche Projekterfahrung in den USA und Europa.

Rafael Knuth - Marketing Digital Transformation

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Warum uns die Digitale Transformation nicht betrif...
10 Jahre Interim Management
 

Kommentare 12

Klaus Juergen Voss am Freitag, 08. Dezember 2017 19:43

Ein guter Hirte geht hinter den Schafen !
Aber der Hirte bestimmt die Richtung.

Dazu gibt es pfiffige und fleissige Helfer, die den vorgegebenen Kurs sicherstellen.

Als Manager in Organfunktion besteht doch dessen wichtigste Qualität darin, willens und in der Lage zu sein, mehrere Experten zu einem (überlebens-)relevanten Thema, z.B. zur digitalen Präsenz des Unternehmens in den Märkten, anzuhören.

Und danach eine abgewogene Entscheidung zur weiteren Entwicklung des Unternehmens zu treffen...
In enger Abstimmung mit den Shareholdern.

Wenn man bedenkt, wie vorausschauend sich z.B. der OTTO Versand rechtzeitig digital präsentiert hat, gegenüber den Neckermännern dieser Welt, kann man nur den Hut ziehen.

Ein mutiger Schritt, eine stetige Entwicklung.
Und jetzt stets den AMAZONS dicht auf den Fersen.
Dabei selbst angemessen profitabel.

Denn Sein (digital präsent) oder Nichtsein, das war damals schon die Frage.
Aber, ob der Vorstand des OV wirklich programmieren konnte/wollte, sei mal dahingestellt....

Ein guter Hirte geht hinter den Schafen ! Aber der Hirte bestimmt die Richtung. Dazu gibt es pfiffige und fleissige Helfer, die den vorgegebenen Kurs sicherstellen. Als Manager in Organfunktion besteht doch dessen wichtigste Qualität darin, [b]willens und in der Lage[/b] zu sein, mehrere Experten zu einem (überlebens-)relevanten Thema, z.B. zur digitalen Präsenz des Unternehmens in den Märkten, anzuhören. Und danach eine abgewogene Entscheidung zur weiteren Entwicklung des Unternehmens zu treffen... In enger Abstimmung mit den Shareholdern. Wenn man bedenkt, wie vorausschauend sich z.B. der OTTO Versand [b]rechtzeitig digital[/b] präsentiert hat, gegenüber den Neckermännern dieser Welt, kann man nur den Hut ziehen. Ein mutiger Schritt, eine stetige Entwicklung. Und jetzt stets den AMAZONS dicht auf den Fersen. Dabei selbst angemessen profitabel. Denn Sein (digital präsent) oder Nichtsein, das war damals schon die Frage. Aber, ob der Vorstand des OV wirklich programmieren konnte/wollte, sei mal dahingestellt....;)
Rafael Knuth am Montag, 11. Dezember 2017 18:20

Ja, es ist schon richtig was Sie schreiben: "Ein guter Hirte geht hinter den Schafen! Aber der Hirte bestimmt die Richtung." Da ist es von Vorteil, wenn der Hirte eine Landkarte lesen kann. Und überhaupt weiß, was eine Landkarte ist. In vielen Fällen mangelt es an elementarsten Grundkenntnissen, die Notwendig sind, um weitreichende strategische Entscheidungen zu fällen. Digitale Transformation braucht Führungskräfte, aber sie sollten wenigstens lesen und schreiben können - um in der Metapher des Technologischen Analphabetismus zu bleiben.

Ja, es ist schon richtig was Sie schreiben: "Ein guter Hirte geht hinter den Schafen! Aber der Hirte bestimmt die Richtung." Da ist es von Vorteil, wenn der Hirte eine Landkarte lesen kann. Und überhaupt weiß, was eine Landkarte ist. In vielen Fällen mangelt es an elementarsten Grundkenntnissen, die Notwendig sind, um weitreichende strategische Entscheidungen zu fällen. Digitale Transformation braucht Führungskräfte, aber sie sollten wenigstens lesen und schreiben können - um in der Metapher des Technologischen Analphabetismus zu bleiben.
Rafael Knuth am Mittwoch, 29. November 2017 19:34

“If you are joining the company in your 20s, unlike when I joined, you’re going to learn to code, “GE CEO Jeff Immelt wrote in a LinkedIn post on Thursday. “It doesn’t matter whether you are in sales, finance or operations. You may not end up being a programmer, but you will know how to code. We are also changing the plumbing inside the company to connect everyone and make the culture change possible. This is existential and we’re committed to this.”

“If you are joining the company in your 20s, unlike when I joined, you’re going to learn to code, “GE CEO Jeff Immelt wrote in a [url=https://www.linkedin.com/pulse/why-ge-giving-up-employee-ratings-abandoning-annual-reviews-immelt/]LinkedIn[/url] post on Thursday. “It doesn’t matter whether you are in sales, finance or operations. You may not end up being a programmer, but you will know how to code. We are also changing the plumbing inside the company to connect everyone and make the culture change possible. This is existential and we’re committed to this.”
Michael Zachrau am Mittwoch, 29. November 2017 18:07

Ich finde, Sie haben ein Hauptproblem sehr schön auf den Punkt gebracht, Herr Knuth.
Vielen Führungskräften der ersten und zweiten Ebene fehlt das grundlegende Verständnis, was notwendig ist, um die richtigen Antworten auf die Digitalisierungs-Revolution für das eigene Untermehmen zu ziehen.
Wobei ich noch viel weiter gehe als Sie: Programmierkenntnisse allein reichen nicht einmal im Ansatz aus zum Verständnis der Digitalen Welt und der laufenden Disruptionen und anstehenden Umbrüche.

Was unbedingt dazu kommen muss, ist das Verständnis der Geschäftsmodelle der Plattform-Konzerne wie Google, Apple, Amazon oder Facebook, die im Web mit Apps, Social Media und E-Commerce NUTZERDATENGETRIEBENE und Geschäfte generieren, dabei zunehmend KI einsetzen und damit ungeheure Gewinne erzielen. Dabei kann es nicht schaden, dieses Wissen nicht nur aus Büchern oder indirekt zu lernen, sondern praktischen Erfahrungen zu machen.
Dabei kann, wer heute Agilität, Lean Startup etc nicht kennt, kann es morgen nicht implementieren.

Das braucht auch 2018 natürlich nicht jeder CEO zu wissen, aber dann sollte einer seiner wichtigsten Manager die Digitalisierung für das Unternehmen vorantreiben. Sonst, da stimme ich Ihnen ebenfalls zu, Herr Knuth, scheitern die Projekte meist im "frozen layer". Denn irgendein IT-Manager, Vertriebsleiter oder Personalchef wird die Projekte schon ordentlich hintertreiben und ganz viele Gründe finden, warum man doch lieber weiter macht wie bisher.

Also der CEO kann vielleicht mal einen kleinen Programmierkurs machen, aber das eigentliche Geschäft der Digitalisierung sollte ein Manager mit großer Affinität zum Internet und zu Kunden haben. Ein Protagonist, der auch die Social Media Kanäle virtuos kommunikativ nutzen kann und Social Selling verstanden hat.
Wer solche Leute nicht an Bord hat, kann Sie anheuern ;-)
Es sind aber eher nicht klassische Unternehmensberater, die diesen Job machen sollten - diese verstehen meist deutlich zu wenig von der Umsetzung und sind dafür auch viel zu teuer!

Ich finde, Sie haben ein Hauptproblem sehr schön auf den Punkt gebracht, Herr Knuth. Vielen Führungskräften der ersten und zweiten Ebene fehlt das grundlegende Verständnis, was notwendig ist, um die richtigen Antworten auf die Digitalisierungs-Revolution für das eigene Untermehmen zu ziehen. Wobei ich noch viel weiter gehe als Sie: Programmierkenntnisse allein reichen nicht einmal im Ansatz aus zum Verständnis der Digitalen Welt und der laufenden Disruptionen und anstehenden Umbrüche. Was unbedingt dazu kommen muss, ist das Verständnis der Geschäftsmodelle der Plattform-Konzerne wie Google, Apple, Amazon oder Facebook, die im Web mit Apps, Social Media und E-Commerce NUTZERDATENGETRIEBENE und Geschäfte generieren, dabei zunehmend KI einsetzen und damit ungeheure Gewinne erzielen. Dabei kann es nicht schaden, dieses Wissen nicht nur aus Büchern oder indirekt zu lernen, sondern praktischen Erfahrungen zu machen. Dabei kann, wer heute Agilität, Lean Startup etc nicht kennt, kann es morgen nicht implementieren. Das braucht auch 2018 natürlich nicht jeder CEO zu wissen, aber dann sollte einer seiner wichtigsten Manager die Digitalisierung für das Unternehmen vorantreiben. Sonst, da stimme ich Ihnen ebenfalls zu, Herr Knuth, scheitern die Projekte meist im "frozen layer". Denn irgendein IT-Manager, Vertriebsleiter oder Personalchef wird die Projekte schon ordentlich hintertreiben und ganz viele Gründe finden, warum man doch lieber weiter macht wie bisher. Also der CEO kann vielleicht mal einen kleinen Programmierkurs machen, aber das eigentliche Geschäft der Digitalisierung sollte ein Manager mit großer Affinität zum Internet und zu Kunden haben. Ein Protagonist, der auch die Social Media Kanäle virtuos kommunikativ nutzen kann und Social Selling verstanden hat. Wer solche Leute nicht an Bord hat, kann Sie anheuern ;-) Es sind aber eher nicht klassische Unternehmensberater, die diesen Job machen sollten - diese verstehen meist deutlich zu wenig von der Umsetzung und sind dafür auch viel zu teuer!
Rafael Knuth am Mittwoch, 29. November 2017 18:32

Ich stimme Ihnen vollkommen zu! GAFAA (Google, Amazon, Facebook, Apple & Alibaba) betreiben ihr Geschäft als Plattform und sind damit ungeheuer erfolgreich. Die Frage ist: "Was bedetuet dieser Wandel für mein Unternehmen und für mich als Führungskraft?" - ganz gleich, in welcher Branche. Ob Maschinenbau, Pharma, Chemie oder Einzelhandel etc. Die Qualität der Antwort auf dieser Frage hängt wesentlich vom technologischen Basisverständnis der Führungsebene ab. Wer sich die Mühe macht, zumindest eine Programmiersprache in ihren Grundzügen zu erlernen, erwirbt viele wertvolle Soft-Skills gleich mit dazu: Das Zerlegen von Problemen in kleinere Teilprobleme, das Arbeiten in kurzen Iterationszyklen, die Akzeptanz von Scheitern als fundamentale Lernerfahrung, das Erarbeiten von "minimum viable" Prototypen, die bedingungslose Ausrichtung auf den Nutzer, den offenen Austausch mit Developer-Communities und die unglaubliche Dynamik, die damit einhergeht. Die Digitale Transformation ist im Kern eine kulturelle, und die technologisch bewanderte Führungskraft gewinnt an Glaubwürdigkeit und Kompetenz, von dem das gesamte Unternehmen profitiert. Leider sind die Lernwiderstände enorm, doch es gibt zusehends ermutigende Beispiele von Führungskräften, die voranschreiten.

Ich stimme Ihnen vollkommen zu! GAFAA (Google, Amazon, Facebook, Apple & Alibaba) betreiben ihr Geschäft als Plattform und sind damit ungeheuer erfolgreich. Die Frage ist: "Was bedetuet dieser Wandel für mein Unternehmen und für mich als Führungskraft?" - ganz gleich, in welcher Branche. Ob Maschinenbau, Pharma, Chemie oder Einzelhandel etc. Die Qualität der Antwort auf dieser Frage hängt wesentlich vom technologischen Basisverständnis der Führungsebene ab. Wer sich die Mühe macht, zumindest eine Programmiersprache in ihren Grundzügen zu erlernen, erwirbt viele wertvolle Soft-Skills gleich mit dazu: Das Zerlegen von Problemen in kleinere Teilprobleme, das Arbeiten in kurzen Iterationszyklen, die Akzeptanz von Scheitern als fundamentale Lernerfahrung, das Erarbeiten von "minimum viable" Prototypen, die bedingungslose Ausrichtung auf den Nutzer, den offenen Austausch mit Developer-Communities und die unglaubliche Dynamik, die damit einhergeht. Die Digitale Transformation ist im Kern eine kulturelle, und die technologisch bewanderte Führungskraft gewinnt an Glaubwürdigkeit und Kompetenz, von dem das gesamte Unternehmen profitiert. Leider sind die Lernwiderstände enorm, doch es gibt zusehends ermutigende Beispiele von Führungskräften, die voranschreiten.
Gäste - Ludger Wiedemeier am Mittwoch, 29. November 2017 18:02

Hallo,

wenn die Siemens Bosse wissen würden, wie man eine Lokomotive baut, hätte es dann all die Verzögerungen bei der Auslieferung von Zügen in den vergangenen Jahren gegeben. ? Gerade heute ist wieder einmal die Meldung rausgekommen, dass in meiner Heimatregion zum Fahrplan-Wechsel wieder Züge ausfallen werden, weil die Züge bis zum 10. Dezember nicht zugelassen werden können. Ein Unternehmens Chef, der die Technologie nicht beherrscht, wird eins sicherlich nicht tun: Zu seinen Mitarbeitern gehen und um Weiterbildung bitten. Zum einen fürchtet er den Gesichtsverlust, zum anderen versteht er die Unterlage dann auch wieder nicht. Vergessen Sie hier die vorgeschalteten Sekretariate nicht. Gut wäre es schon, wüssten Unternehmens-Chefs wieder, was an der ersten Frontlinie des Unternehmens tatsächlich vorgeht. Wir sind immer noch in NEU-Land, weiterhin ist die Kenntnis von Goethe und Schiller wichtiger, als die Kenntnis von IT-Security, Programmieren und Algorithmen. Da darf man sich nichts vormachen. Gruss Ludger Wiedemeier

Hallo, wenn die Siemens Bosse wissen würden, wie man eine Lokomotive baut, hätte es dann all die Verzögerungen bei der Auslieferung von Zügen in den vergangenen Jahren gegeben. ? Gerade heute ist wieder einmal die Meldung rausgekommen, dass in meiner Heimatregion zum Fahrplan-Wechsel wieder Züge ausfallen werden, weil die Züge bis zum 10. Dezember nicht zugelassen werden können. Ein Unternehmens Chef, der die Technologie nicht beherrscht, wird eins sicherlich nicht tun: Zu seinen Mitarbeitern gehen und um Weiterbildung bitten. Zum einen fürchtet er den Gesichtsverlust, zum anderen versteht er die Unterlage dann auch wieder nicht. Vergessen Sie hier die vorgeschalteten Sekretariate nicht. Gut wäre es schon, wüssten Unternehmens-Chefs wieder, was an der ersten Frontlinie des Unternehmens tatsächlich vorgeht. Wir sind immer noch in NEU-Land, weiterhin ist die Kenntnis von Goethe und Schiller wichtiger, als die Kenntnis von IT-Security, Programmieren und Algorithmen. Da darf man sich nichts vormachen. Gruss Ludger Wiedemeier
Christian Menke am Mittwoch, 29. November 2017 15:14

Hallo Herr Knuth,

auch ich bin keineswegs der Meinung, dass ein Vorstand derartige IT-Fertigkeiten haben MUSS. Ja, natürlich schadet es auch keineswegs, viele Fertigkeiten/Kenntnisse aus den Kernprozessen des Unternehmens zu haben , viel wichtiger ist mir aber die Komponente "Führen können und wollen!" Damit meine ich keineswegs die üblicherweise propagierten Allheilmittel/Management-Lehrbuchphrasen, sondern grundlegende menschliche und persönliche (Charakter)Eigenschaften, die sich z.,B. im "Vorbild sein", "ansprechbar/sichtbar sein" oder auch im unternehmerischen Mut zu visionären oder auch harten Entscheidungen und deren aktiv begleitete Umsetzung zeigen.

Wenn eigenes persönliches Fachwissen nicht ausreicht, versteht es jeder gute Vorgesetzte sich bei seinen internen doer externenen Mitarbeitern soweit sachkundig zu machen, dass vernünftige Entscheidungen möglich sind. Diese werden dann regelmäßig in der unternehmerischen! Abwägung von Kosten, Nutzen, Risiken und Chancen getroffen werden können, auch in der Digitalisierung, ohne Programmierungen en detail zu kennen.

Ein Vorstand, der zwar kein digitaler Analphabet ist, aber z.B. nur an seinem eigenen Wohl interessiert ist ode den sein Unternehmen nur im Elfenbeinturm wahrnimmt, kann m.E. tatsächlich nur versagen in der Ausübung seiner Funktion, auch, wenn es sicher viele Beispiele gibt, die öffentlich (zu) günstig davon gekommen sind.

Gruss
CM

Hallo Herr Knuth, auch ich bin keineswegs der Meinung, dass ein Vorstand derartige IT-Fertigkeiten haben MUSS. Ja, natürlich schadet es auch keineswegs, viele Fertigkeiten/Kenntnisse aus den Kernprozessen des Unternehmens zu haben :D, viel wichtiger ist mir aber die Komponente "Führen können und wollen!" Damit meine ich keineswegs die üblicherweise propagierten Allheilmittel/Management-Lehrbuchphrasen, sondern grundlegende menschliche und persönliche (Charakter)Eigenschaften, die sich z.,B. im "Vorbild sein", "ansprechbar/sichtbar sein" oder auch im unternehmerischen Mut zu visionären oder auch harten Entscheidungen und deren aktiv begleitete Umsetzung zeigen. Wenn eigenes persönliches Fachwissen nicht ausreicht, versteht es jeder gute Vorgesetzte sich bei seinen internen doer externenen Mitarbeitern soweit sachkundig zu machen, dass vernünftige Entscheidungen möglich sind. Diese werden dann regelmäßig in der unternehmerischen! Abwägung von Kosten, Nutzen, Risiken und Chancen getroffen werden können, auch in der Digitalisierung, ohne Programmierungen en detail zu kennen. Ein Vorstand, der zwar kein digitaler Analphabet ist, aber z.B. nur an seinem eigenen Wohl interessiert ist ode den sein Unternehmen nur im Elfenbeinturm wahrnimmt, kann m.E. tatsächlich nur versagen in der Ausübung seiner Funktion, auch, wenn es sicher viele Beispiele gibt, die öffentlich (zu) günstig davon gekommen sind. Gruss CM
Rafael Knuth am Mittwoch, 29. November 2017 16:02

Hallo Herr Menke, danke für Ihren Kommentar. Tatsächlich ist es so, dass das Problem des Technologischen Analphabetismus gerade diejenigen Unternehmen hart trifft, denen eine Digitale Transformation ins Haus steht also fast jedes). Der amtierende CEO von General Electric will eigentlich nur noch Mitarbeiter einstellen, die über Programmierkenntnisse verfügen. http://fortune.com/2016/08/05/jeff-immelt-new-hire-coding/ Wenn also die derzeitigen Führungsriegen unter Technologischem Analphabetismus leiden und keinen Ausweg finden, wird sich das Problem spätestens mit der kommenden Generation der Führungskräfte entschärfen.

Hallo Herr Menke, danke für Ihren Kommentar. Tatsächlich ist es so, dass das Problem des Technologischen Analphabetismus gerade diejenigen Unternehmen hart trifft, denen eine Digitale Transformation ins Haus steht also fast jedes). Der amtierende CEO von General Electric will eigentlich nur noch Mitarbeiter einstellen, die über Programmierkenntnisse verfügen. http://fortune.com/2016/08/05/jeff-immelt-new-hire-coding/ Wenn also die derzeitigen Führungsriegen unter Technologischem Analphabetismus leiden und keinen Ausweg finden, wird sich das Problem spätestens mit der kommenden Generation der Führungskräfte entschärfen.
Gäste - Ulrich Rütten am Mittwoch, 29. November 2017 13:49

Sehr geehrter Herr Knuth,

ich kann nachvollziehen, dass Sie Ihre Kernkompetenz in den Mittelpunkt des Universums stellen, Sie wissen: "Wer nur einen Hammer hat, für den ist jedes Problem ein Nagel." Trotzdem widerspreche ich Ihnen. Ein Unternehmenslenker muss (!) die Tragweite und die Möglichkeiten einer Technologie kennen, das aber mindestens drei Etagen oberhalb der Ebene eines Programmierers. Meinen Sie, der SIEMENS Boss kann eine Lokomotive bauen, der CEO von Apple eine App programmieren? Was uns in dieser Umbruchsituation wirklich fehlt, das sind die Visionäre und Strategen, die sich die richtigen Leute ins Boot holen, auf den Rat von guten Mitarbeiter/innen hören und mit ihren Spezialisten neue Geschäftsmodelle auf die Schiene bringen. Ich drücke es noch härter aus: Wenn eine Führungskraft programmieren kann, dann ist das gewiss kein Schaden (man kann's z.B. wie ich den eigenen Kindern erklären), es während der Tätigkeit als Cxx noch zu lernen ist Veruntreuung von Betriebsvermögen. In der Zeit hätte er/sie wesentlich produktiver sein können.

Freundliche Grüße
Ulrich Rütten

Sehr geehrter Herr Knuth, ich kann nachvollziehen, dass Sie Ihre Kernkompetenz in den Mittelpunkt des Universums stellen, Sie wissen: "Wer nur einen Hammer hat, für den ist jedes Problem ein Nagel." Trotzdem widerspreche ich Ihnen. Ein Unternehmenslenker muss (!) die Tragweite und die Möglichkeiten einer Technologie kennen, das aber mindestens drei Etagen oberhalb der Ebene eines Programmierers. Meinen Sie, der SIEMENS Boss kann eine Lokomotive bauen, der CEO von Apple eine App programmieren? Was uns in dieser Umbruchsituation wirklich fehlt, das sind die Visionäre und Strategen, die sich die richtigen Leute ins Boot holen, auf den Rat von guten Mitarbeiter/innen hören und mit ihren Spezialisten neue Geschäftsmodelle auf die Schiene bringen. Ich drücke es noch härter aus: Wenn eine Führungskraft programmieren kann, dann ist das gewiss kein Schaden (man kann's z.B. wie ich den eigenen Kindern erklären), es während der Tätigkeit als Cxx noch zu lernen ist Veruntreuung von Betriebsvermögen. In der Zeit hätte er/sie wesentlich produktiver sein können. Freundliche Grüße Ulrich Rütten
Rafael Knuth am Mittwoch, 29. November 2017 14:31

Hallo Herr Rütten, danke für Ihren Kommentar. Tatsächlich ist es so, dass die Führungsriege von Technologieunternehmen oftmals eine naturwissenschafltiche, mathematische und oder IT-nahe Ausbildung haben. Der amtierende CEO von Apple, den Sie als Beispiel zitieren, ist ein studierter Ingenieur. Die Überforderung, der ich begegne, ist besonders weit in Unternehmen verbreitet, die bislang nur in geringem Umfang technologiegetrieben waren. Die "Tragweite und die Möglichkeiten einer Technologie kennen" wie Sie schreiben, gelingt in den seltensten Fällen, wenn der Vorstand von Technologischen Analphabeten durchsetzt ist. Die Zahlen sind ernüchternd, rund 70-80% aller Digitalen Transformations-Initiativen scheitern, da ist sich die Forschung einig, soweit ich das aufgrund eigener Recherchen überblicken kann. Warum Sie die Weiterbildung von Führungskräften als "Veruntreuung von Betriebsvermögen" klassifizieren, kann ich nicht nachvollziehen - immerin gilt der Leitsatz des lebenslangen Lernens auch für Vorstände.

Hallo Herr Rütten, danke für Ihren Kommentar. Tatsächlich ist es so, dass die Führungsriege von Technologieunternehmen oftmals eine naturwissenschafltiche, mathematische und oder IT-nahe Ausbildung haben. Der amtierende CEO von Apple, den Sie als Beispiel zitieren, ist ein studierter Ingenieur. Die Überforderung, der ich begegne, ist besonders weit in Unternehmen verbreitet, die bislang nur in geringem Umfang technologiegetrieben waren. Die "Tragweite und die Möglichkeiten einer Technologie kennen" wie Sie schreiben, gelingt in den seltensten Fällen, wenn der Vorstand von Technologischen Analphabeten durchsetzt ist. Die Zahlen sind ernüchternd, rund 70-80% aller Digitalen Transformations-Initiativen scheitern, da ist sich die Forschung einig, soweit ich das aufgrund eigener Recherchen überblicken kann. Warum Sie die Weiterbildung von Führungskräften als "Veruntreuung von Betriebsvermögen" klassifizieren, kann ich nicht nachvollziehen - immerin gilt der Leitsatz des lebenslangen Lernens auch für Vorstände.
Lars Peters am Mittwoch, 29. November 2017 13:38

Hallo Herr Knuth,
danke für diesen Beitrag, dessen Fazit ich allerdings nicht teilen kann.
Aus meiner Sicht sollten die "Vorstände" den Sinn und Zweck der erforderlichen Programmierungen erkennen, verstehen und verinnerlichen und somit in der Lage sein entsprechende strategische Vorgaben zu generieren und den entsprechenden Mehrwert erfassen können. Aber ein Basisverständnis bzgl. der Entwicklung/Programmierung zu beherrschen halte ich nicht für erforderlich. Dies würde m.E. nach den Rahmen sprengen und nicht den anvisierten Benefit bringen.

Gruß

Lars Peters

Hallo Herr Knuth, danke für diesen Beitrag, dessen Fazit ich allerdings nicht teilen kann. Aus meiner Sicht sollten die "Vorstände" den Sinn und Zweck der erforderlichen Programmierungen erkennen, verstehen und verinnerlichen und somit in der Lage sein entsprechende strategische Vorgaben zu generieren und den entsprechenden Mehrwert erfassen können. Aber ein Basisverständnis bzgl. der Entwicklung/Programmierung zu beherrschen halte ich nicht für erforderlich. Dies würde m.E. nach den Rahmen sprengen und nicht den anvisierten Benefit bringen. Gruß Lars Peters
Rafael Knuth am Mittwoch, 29. November 2017 14:19

Hallo Herr Peters, danke für Ihren Kommentar. Der entscheidende Punkt ist, dass vielen Vorständen das elementarste technologische Grundverständnis fehlt, insofern halte ich es für bedenklich, aus dem nichtvorhandenen Basiswissen strategische Vorgaben ableiten zu können.

Hallo Herr Peters, danke für Ihren Kommentar. Der entscheidende Punkt ist, dass vielen Vorständen das elementarste technologische Grundverständnis fehlt, insofern halte ich es für bedenklich, aus dem nichtvorhandenen Basiswissen strategische Vorgaben ableiten zu können.
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