Warum uns die Digitale Transformation nicht betrifft

Michael Zachrau - Spezialist für SEO und Online-Vertrieb

GLOSSE

Darf ich mich vorstellen? Nennen wir mich mal für die Dauer dieses Blogposts: Thomas Kopf-Sand.

Ich bin 53, Interim Manager. Automobil-Industrie. Logistiker. Ein Auto-Mann. Früher Prokurist bei Ford. Seit 4 Jahren Interim Manager

Früher war alles besser

Haben Sie dieses ganze Digital Transformations-Gelaber und die Disruptions-Beispiele von Uber, Amazon & Co. auch so satt?

Vermissen Sie auch die guten alten Zeiten, als abends und am Wochenende und in allen Konferenzen noch kein Handy störte?

Wir noch nicht im ICE am Laptop sassen, sondern im Speisewagen in der 1. Klasse?

Man noch rauchen konnte in allen Flugzeugen, Büros und Restaurants?

Wir uns noch auf Messen tagsüber die Beine in den Bauch standen und abends erst richtig munter wurden. Das waren Zeiten!

Es noch kein Internet gab, in dem sich Kunden und Konkurrenten aufschlauen konnten.

Viele Berater reden heute von den Zwängen und Herausforderungen der Digitalen Transformation.

Ich nicht. Und da weiss ich mich in bester Gesellschaft!

Ich glaube, das Thema wird vollkommen überschätzt und kommt bei uns in Deutschland nicht an. 

Oder zumindest doch nicht bei Interim Managern.

Wie so vieles.

Die Mehrheit weiss es besser


Wie gesagt, ich bin mit meiner Einschätzung in bester Gesellschaft und sogar in der Mehrheit. 

Und die hat immer Recht - das ist nun mal so in der Demokratie.

Die größte Volkspartei in Deutschland, die CDU, ignoriert dieses Thema auch erfolgreich und überlässt es dem freien Spiel der Kräfte: das ist noch echte Marktwirtschaft!

Wenn der Infrastruktur-Ausbau sich für die Deutsche Telekom nicht rechnet, dann bleiben ganze Regionen eben ohne Anschluss an das digitale Zeitalter. Sie werden es schon überleben, dann kommt das Fernsehen eben über Antenne, und wir telefonieren wieder mehr - das hat uns doch auch nicht geschadet früher. Breitband braucht kein Mensch, früher ging es doch auch gut ohne ...

Mal ganz ehrlich: Die meisten Politiker interessieren sich einen Dreck für Digitalisierung. Recht so!

Weil sie schlau sind und ganz nah an Volkes Wille! 


Auch die Politik ignoriert Digitalisierung


Warum jetzt der Bundeskanzlerwahlverein CDU sich nicht dafür erwärmt, kann ich nur raten.

Ich tippe mal, weil sich die meisten potenziellen CDU-Wähler für dieses Thema einfach nicht interessieren. Mit Digitalisierung kann man keine Wahlen gewinnen.

Das ist wohl mehr ein Thema für die ganz jungen: Neuland eben.

Es gibt zwar noch eine kleine blaugelbe Partei, deren Vorsitzender Christian Lindner Digitalisierung für sehr wichtig hält. Er hat sich im Wahlkampf dafür stark gemacht, zur Freude derjenigen, die in ihm endlich jenen Messias sahen, der endlich dieses Thema bundesweit auf die Tagesordnung setzt.

Aber zum Glück für Lindner ist Jamaika gescheitert. Nun muss er nicht liefern, sondern kann mäkeln, lästern und in der Opposition immer größer werden. Neuwahlen abwarten und dann eventuell mitregieren.

Offensichtlich hielt er zuletzt keines seiner wichtigen Themen mit der CDU und den Grünen für umsetzbar oder durchsetzbar.

Oder lieber dann in die Wirtschaft wechseln. Denn so einen rhetorisch brillanten jungen Mann könnte doch sicher jeder DAX-Konzern oder gleich eine ganze Branche als Chef-Lobbyist gebrauchen. Wie einst Matthias Wissmann, der die Autointeressen in der Politik seit Jahrzehnten eloquent vertritt.

Und die Piraten(-Partei) zeigen ja auch abstoßend und anschaulich, wohin es führt, wenn wir alle nur noch digital sind und im Netz surfen - die kann ja niemand ernst nehmen, die haben mit sich selbst genug zu tun.


Wer braucht schon Internet?


Ich selbst brauche ja eigentlich kein Internet, oder gar eine Website, da alle meine potentiellen Auftraggeber mich schon kennen.

Warum ich dann jetzt hier schreibe?

Um Dampf abzulassen, das musste mal gesagt werden, - man wird ja wohl noch mal Klartext sagen dürfen...

Am liebsten würde ich ja auch E-Mail abschaffen, dann müsste ich nicht mehr meine Briefe scannen und drucken. Und das Handy sowieso. Und auch XING und LinkedIn sind eigentlich total überflüssig.

Wozu soll ich meinen CV up to date halten? Qualitätskontrolle, Datenbank, Pools, Aktualität, - Neue Kontakte, wozu?

Für mich braucht es auch keine Blogs, ich weiss überhaupt nicht, wozu die gut sein sollen, das ist doch alles totale Zeitverschwendung. So wie dieses Facebook, für das ich mich zwar angemeldet habe, aber wo ich nicht die leiseste Ahnung habe, wozu das gut sein soll. Oder gar Twitter, Instagram oder YouTube - alles Erfindungen von übergeschnappten Software-Entwicklern.

Ich lese immer noch täglich im Handelsblatt und in der FAZ, was wichtig ist. Was da nicht steht, kann nicht wichtig sein.


Die Ausnahme: Google

Ach ja, Google, - das gebe ich zu, nutze ich schon, - sogar recht oft. Ist ja auch kostenlos.

Denn es ist schon sehr schön, wie viel ich über Google herausbekomme zu allen möglichen Themen. Ich habe mich selbst schon oft gegoogelt und ärgere mich regelmäßig, wie wenig die Suchmaschine von mir weiss und wie weit ich gehen muss, um etwas über mich zu finden.

Hoffentlich legt sich die Aufregung um die Digitalisierung bald, dann wird sich schon herausstellen, dass alles nur Hype war.

Ich hoffe, ich kann als Interim Manager noch ein paar Jahre schöne Aufträge an Land ziehen. Für die Vermarktung meiner Beratungsleistungen investiere ich keinen Cent, das habe ich wirklich nicht nötig. Ich überlege stattdessen, ob ich eine Annonce in der FAZ aufgeben soll. Beim Preis bin ich dann aber doch etwas erschrocken.

Mhmm, in letzter Zeit könnte man den Eindruck bekommen, die Anfragen würden weniger.



Das ist schon komisch, denn konjunkturell sind wir doch im Boom, oder?

Die Entscheider, die mich noch aus meiner Zeit als Line Manager kennen, gehen wahrscheinlich allmählich in Rente …

Geht es Ihnen auch so?

Ich wünsche Ihnen gute Geschäfte.

Machen Sie es doch so wie ich, stecken Sie Ihren Kopf fest in den Sand!

Ihr Thomas Kopf-Sand 

Michal Zachrau - Spezialist SEO und Online-Vertrieb

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Kommentare 6

Herr Michael Schmid am Mittwoch, 06. Dezember 2017 18:24

Investitionen aus dem BMWi. Grins. Dazu müsste es Digitalisierungsinhalte in den Zuteilungskriterien geben. Gibt es aber nicht. Also gibt es keine Subventionen. Folglich keine Innovationen aus dem Anbieter Umfeld. Nochmals Grins.
Privatwirtschaftlich? Möglich. Nicht bei den Investoren mit einem Heer von Speckschwarten drumrum. Aus Firmen? Schwierig. Wasserträger ausgebucht und unter schwerer Last. Zeit, sich auszuruhen und den Hof zu kehren. Ach ja, das BAMS. Zritt auch sehr hindernd auf. Gute Nacht.
Da den richtigen Weg zu finden, gibt es uns. Gut so.

Investitionen aus dem BMWi. Grins. Dazu müsste es Digitalisierungsinhalte in den Zuteilungskriterien geben. Gibt es aber nicht. Also gibt es keine Subventionen. Folglich keine Innovationen aus dem Anbieter Umfeld. Nochmals Grins. Privatwirtschaftlich? Möglich. Nicht bei den Investoren mit einem Heer von Speckschwarten drumrum. Aus Firmen? Schwierig. Wasserträger ausgebucht und unter schwerer Last. Zeit, sich auszuruhen und den Hof zu kehren. Ach ja, das BAMS. Zritt auch sehr hindernd auf. Gute Nacht. Da den richtigen Weg zu finden, gibt es uns. Gut so.
Martin Schütz am Mittwoch, 06. Dezember 2017 17:22

Genau -- immer diese neuen Schlagwörter! Aber es gibt ja umfangreiche Erfahrungen in D mit dem Aussitzen von solchen Dingen. Man weiß ja nicht, was man falsch gemacht hat. Und falls doch Zweifel aufkommen sollten, gibt es genug selbst ernnannte Experten, die solche Anwallungen in bestimmte Ecken hindiskutieren können.

Da gibt es seit geraumer Zeit die Funktion des CDO, also derjenige, der die Digitalisierung vorantreiben soll. Ich war letzte Woche auf mehreren Veranstaltungen zu diesem Thema. Und siehe da: es gibt ein paar Aufrechte, die sich in den Unternehmen darum kümmern. Aber keine Bange: In nur geschätzten 5% haben diese Akteure auch tatsächlich eine Team und etwas Spielgeld. Nach meinem Eindruck ist der große Rest als one-man-show unterwegs. Und da gibt es auch noch die in vielen Unternehmen hier recht stabile L(a)ehmschicht: So etwas brauchen wir nicht, unsere IT macht das schon...

Vielen Dank und ich freue mich auf weitere Anmerkungen

Genau -- immer diese neuen Schlagwörter! Aber es gibt ja umfangreiche Erfahrungen in D mit dem Aussitzen von solchen Dingen. Man weiß ja nicht, was man falsch gemacht hat. Und falls doch Zweifel aufkommen sollten, gibt es genug selbst ernnannte Experten, die solche Anwallungen in bestimmte Ecken hindiskutieren können. Da gibt es seit geraumer Zeit die Funktion des CDO, also derjenige, der die Digitalisierung vorantreiben soll. Ich war letzte Woche auf mehreren Veranstaltungen zu diesem Thema. Und siehe da: es gibt ein paar Aufrechte, die sich in den Unternehmen darum kümmern. Aber keine Bange: In nur geschätzten 5% haben diese Akteure auch tatsächlich eine Team und etwas Spielgeld. Nach meinem Eindruck ist der große Rest als one-man-show unterwegs. Und da gibt es auch noch die in vielen Unternehmen hier recht stabile L(a)ehmschicht: So etwas brauchen wir nicht, unsere IT macht das schon... Vielen Dank und ich freue mich auf weitere Anmerkungen ;):D
Klaus Juergen Voss am Freitag, 08. Dezember 2017 19:53

Also L(ä)hmschicht gefällt mir besonders gut, Martin

Ansonsten hast Du es mal wieder exakt auf den Punkt gebracht.

Also L(ä)hmschicht gefällt mir besonders gut, Martin :D:D Ansonsten hast Du es mal wieder exakt auf den Punkt gebracht.
Michael Michael Zachrau am Mittwoch, 06. Dezember 2017 18:48

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar!
Ohne Budget und ohne Team kann der CDO nur ein kleiner Rohrkrepierer werden.
Aber das Thema wurde fein delegiert und man kann sich wieder den wichtigen Dingen zuwenden. Diese haben mit der Digitalisierung sicher NICHTS zu tun sondern sichern den kurzfristig messbaren Erfolg. Bei Aktionärsvertretern und andere Eignern sollte sich dieses Spielchen langsam herumsprechen. CEOs und GFs, die nicht einmal an überzeugenden Antworten auf die Digitalisierung arbeiten, gehören in den verdienten Ruhestand!

Ich freue mich auch auf den weiteren Austausch.

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar! Ohne Budget und ohne Team kann der CDO nur ein kleiner Rohrkrepierer werden. Aber das Thema wurde fein delegiert und man kann sich wieder den wichtigen Dingen zuwenden. Diese haben mit der Digitalisierung sicher NICHTS zu tun sondern sichern den kurzfristig messbaren Erfolg. Bei Aktionärsvertretern und andere Eignern sollte sich dieses Spielchen langsam herumsprechen. CEOs und GFs, die nicht einmal an überzeugenden Antworten auf die Digitalisierung arbeiten, gehören in den verdienten Ruhestand! Ich freue mich auch auf den weiteren Austausch.
Klaus Juergen Voss am Mittwoch, 06. Dezember 2017 16:06

Gut gebrüllt, Löwe Kopf-Sand.

Und herzlich gelacht.
Vielen Dank dafür.

Gut gebrüllt, Löwe Kopf-Sand. Und herzlich gelacht. :D:D Vielen Dank dafür.
Michael Michael Zachrau am Mittwoch, 06. Dezember 2017 18:50

Hallo Herr Voss, bitte - sehr gerne - ? - herzlichen Dank für das nette Feedback.

Hallo Herr Voss, bitte - sehr gerne - ? - herzlichen Dank für das nette Feedback.
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