Wie ich es schaffte, zwei Wochen offline zu bleiben (und warum Sie das auch tun sollten)

Judith Geiß - Bilanzierung
Vor kurzem bin ich aus meinem Südafrika-Urlaub wiedergekommen. Und wissen Sie, was die Leute andauernd gefragt haben?

Nicht: "Wie war denn der Urlaub?".

Sondern: "Na, hast du es auch wirklich geschafft, NICHT zu arbeiten?"

Warum? Weil es mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit wird, im Urlaub sein Handy anzulassen. In die E-Mails reinzuschauen. Ständig erreichbar zu sein.

Genau das wollte ich aber nicht. Ich hatte mir vorgenommen: zweieinhalb Wochen Südafrika ohne Handy. OFFLINE.

Natürlich ballten sich die Termine bis zuletzt. Das ein oder andere Mal übermannte mich dann doch die Sorge, nicht ohne Laptop und Handy auskommen zu können. Aber da der Urlaub als organisierte Gruppenreise geplant war und ich zudem zu meinem Wort stehen wollte, blieb mir nichts anderes übrig. Denn ich hatte vollmundig verkündet, dass ich im Urlaub diesmal wirklich nicht erreichbar sein würde.

Wie oft hatte ich dies dieses Jahr von meinen Kunden gehört und wie oft kam es doch anders!

Aber ich habe mich an drei wichtige Regeln gehalten:

  1. Ich habe allen von meinem Plan "zweieinhalb Wochen offline" erzählt. Das erhöht nicht nur den Druck, es auch wirklich zu tun – die anderen wussten dann auch, dass sie mich nicht erreichen würden.
  2. Ich habe meinen Urlaub intensiv vorbereitet. So stieg bei mir die Vorfreude – und auch der Wunsch, das alles wirklich offline zu erleben.
  3. Alles war super durchgeplant – so hatte ich keine Ausrede, das Handy doch noch mit ins Gepäck zu nehmen ("für den Notfall" – "wenn wir mal was recherchieren müssen").

Das alles hat sich ausgezahlt.

Zum Beispiel an diesem Tag im Krüger Nationalpark (Fotos unten): Als wir am Abend in unserer Lodge ankamen und uns schon auf eine Dusche freuten, entdeckten wir am Straßenrand zwei Giraffen, die uns begrüßten. Was für ein Erlebnis!

Das konnte ich nur deshalb so genießen, weil ich nicht durch E-Mails abgelenkt war.Die Big Five (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard) haben wir leider nicht geschafft. Irgendwie wollte uns einfach kein Löwe über den Weg laufen. Unser Guide meinte jedoch, dass wir Riesen-Glück hatten, denn er kennt „Wiederholungstäter", die schon viele Jahre nach Südafrika kommen, aber noch nie einen Leoparden gesehen haben – und das haben wir!

Das konnte ich nur deshalb so genießen, weil ich nicht durch E-Mails abgelenkt war. 

Wie handhaben Sie es mit dem Handy oder Laptop im Urlaub? Gerne würde ich näheres dazu erfahren.

Beste Grüße und bis bald,

Judith Geiß - Bilanzierung

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!




Transformation - Change Management - Organisations...
Cash-Flow-Forecast oder Kassen-Vorschau?
 

Kommentare 5

Michael Michael Zachrau am Mittwoch, 10. Januar 2018 18:37

Glückwunsch zu dem tollen Urlaub! In Südafrika war ich noch nicht - dieses Jahr hat es nur zu Jamaika gereicht, aber das ist ja Geschichte!
Den Wunsch nach Offline-Zeit kann ich sehr gut nachvollziehen - stimme jedoch nicht zu!
Aus meiner Sicht gibt es heute kaum mehr einen vernünftigen Grund, mehrere Wochen vollkommen Offline zu verbringen.
Das soll nun nicht heissen, dass man im Urlaub ständig online bleiben soll oder während einer feierlichen Zeremonie telefonieren.
Ich checke auch im Urlaub täglich kurz meine Mails, die Timelines meiner Social Media-Kanäle und halte mich auf dem Laufenden.
Ein Urlaub in Ägypten mit nicht funktionierendem WLAN war für mich vor einigen Jahren eine echte Katastrophe.
Dafür sind mir meine Kunden/Projekte/Kollegen/Kinder/Themen/Hobbies zu wichtig, meine (auch sozialen) Kontakte zu wertvoll, dass ich für einen längeren Zeitraum vollkommen auf sie verzichten möchte. Vor 10 Jahren hätte ich Ihren Ansatz noch unterschrieben - heute wäre es wie ohne Strom, ohne Zivilisation, ohne sauberes Wasser, ohne ein schönes Bad - irgendwie rückständig.
Beneidenswert vielleicht, wer es schafft, sich davon ganz frei zu machen, aber ehrlich gesagt nix für mich. Auch nicht erstrebenswert. Sondern gerade das Gegenteil - ein großer Verlust an Kommunikation und Lebensqualität.


Glückwunsch zu dem tollen Urlaub! In Südafrika war ich noch nicht - dieses Jahr hat es nur zu Jamaika gereicht, aber das ist ja Geschichte! Den Wunsch nach Offline-Zeit kann ich sehr gut nachvollziehen - stimme jedoch nicht zu! Aus meiner Sicht gibt es heute kaum mehr einen vernünftigen Grund, mehrere Wochen vollkommen Offline zu verbringen. Das soll nun nicht heissen, dass man im Urlaub ständig online bleiben soll oder während einer feierlichen Zeremonie telefonieren. Ich checke auch im Urlaub täglich kurz meine Mails, die Timelines meiner Social Media-Kanäle und halte mich auf dem Laufenden. Ein Urlaub in Ägypten mit nicht funktionierendem WLAN war für mich vor einigen Jahren eine echte Katastrophe. Dafür sind mir meine Kunden/Projekte/Kollegen/Kinder/Themen/Hobbies zu wichtig, meine (auch sozialen) Kontakte zu wertvoll, dass ich für einen längeren Zeitraum vollkommen auf sie verzichten möchte. Vor 10 Jahren hätte ich Ihren Ansatz noch unterschrieben - heute wäre es wie ohne Strom, ohne Zivilisation, ohne sauberes Wasser, ohne ein schönes Bad - irgendwie rückständig. Beneidenswert vielleicht, wer es schafft, sich davon ganz frei zu machen, aber ehrlich gesagt nix für mich. Auch nicht erstrebenswert. Sondern gerade das Gegenteil - ein großer Verlust an Kommunikation und Lebensqualität.
Judith Geiß am Mittwoch, 11. Oktober 2017 17:39

Hallo Herr Dolder, da stimme ich vollkommen zu. Es muss geplant werden und entsprechend kommuniziert werden, denn sonst kann es nennen wir es mal zu Irritationen kommen. Grüsse Judith Geiß

Hallo Herr Dolder, da stimme ich vollkommen zu. Es muss geplant werden und entsprechend kommuniziert werden, denn sonst kann es nennen wir es mal zu Irritationen kommen. Grüsse Judith Geiß
Gäste - Thomas Dolder am Dienstag, 10. Oktober 2017 16:09

Ich finde es sehr verstaendlich, dass Sie Suedafrika NICHT verpassen wollten.... ,) Offline ist ein muss in den Ferien, auch wenn es in einer kleinen Organisation Notfaelle ohne Stellvertretungsregelung geben kann. Also muss Offline gut vorbereitet werden.

Ich finde es sehr verstaendlich, dass Sie Suedafrika NICHT verpassen wollten.... ,) Offline ist ein muss in den Ferien, auch wenn es in einer kleinen Organisation Notfaelle ohne Stellvertretungsregelung geben kann. Also muss Offline gut vorbereitet werden.
Gäste - Bodo F. Schmischke am Donnerstag, 05. Oktober 2017 17:57

Respekt - Eine reife Leistung, liebe Judith Geiß! Und Sie haben so recht - es würde uns allen gut tun, die dauernde Erreichbarkeit zurück zu fahren. Denn - von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen - gibt es keinen Grund jederzeit erreichbar zu sein. Manchen Dingen und Themen tut obendrein eine Entschleunigung gut und nimmt ihnen auch die Brisanz. Diese Erfahrung habe ich im letzten halben Jahr gemacht und fahre beruflich und persönlich gut damit. Aber zwei Wochen völlig offline habe ich bislang noch nicht geschafft...

Respekt - Eine reife Leistung, liebe Judith Geiß! Und Sie haben so recht - es würde uns allen gut tun, die dauernde Erreichbarkeit zurück zu fahren. Denn - von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen - gibt es keinen Grund jederzeit erreichbar zu sein. Manchen Dingen und Themen tut obendrein eine Entschleunigung gut und nimmt ihnen auch die Brisanz. Diese Erfahrung habe ich im letzten halben Jahr gemacht und fahre beruflich und persönlich gut damit. Aber zwei Wochen völlig offline habe ich bislang noch nicht geschafft...
Judith Geiß am Mittwoch, 11. Oktober 2017 17:38

Herzlichen Dank, lieber Herr Schmischke! Ja, es ist in der Tat mal ein ganz anderes Gefühl und ich denke durch Entschleunigung kommt man manchmal sogar schneller ans Ziel. Ich muss sagen, das mein Handy wirklich zu Hause war. Ich weiß nicht, wie es gewesen wäre, wenn ich es mitgenommen hätte. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Und wer weiß, vielleicht probieren Sie es beim nächsten Urlaub einfach aus? Grüsse Judith Geiß

Herzlichen Dank, lieber Herr Schmischke! Ja, es ist in der Tat mal ein ganz anderes Gefühl und ich denke durch Entschleunigung kommt man manchmal sogar schneller ans Ziel. Ich muss sagen, das mein Handy wirklich zu Hause war. Ich weiß nicht, wie es gewesen wäre, wenn ich es mitgenommen hätte. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Und wer weiß, vielleicht probieren Sie es beim nächsten Urlaub einfach aus? Grüsse Judith Geiß
Bereits registriert? Hier einloggen
Gäste
Samstag, 20. Januar 2018

Sicherheitscode (Captcha)