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Case-Studies und Blogbeiträge von professionellen Interim Managern und Interim Managerinnen

Portfolio-Analyse zum Bereinigen eines Produkt-Programms nach Unternehmens-Akquise (M&A)

Branche: Verlagswesen

Linienfunktion: Finanzen – Projektmanager Controlling

Thema: M&A, Portfolio-Management

Umsatz: 8 Mio. Euro (akquiriertes Unternehmen), 250 Mio. Euro (Konzern)

Mitarbeiter: 30 bzw. 750

Aufgabe: Nach kurzfristiger Akquise eines kleinen Fachverlages (Gebiete Recht, Wirtschaft, Personal) galt es, dessen Produkt-Portfolio in einer Analyse dahingehend zu evaluieren, wie es inhaltlich, vertrieblich und ertragsseitig in den neuen Konzernverbund passt. Dazu wurde ein Bewertungs-Tool erarbeitet und auf das Portfolio angewendet.

Lösung:

(A) Im sehr heterogenen Verlags-Konzern gab es zu diesem Zeitpunkt kein einsatzfähiges Bewertungs-Tool. Daher musste ein neues Tool für Bewertung bzw. Scoring aufgebaut und angewandt werden.

(1) Zum Einstieg in die Analyse wurde zunächst die jüngere Unternehmensentwicklung betrachtet. Dabei wurde besonderer Wert auf das aktuelle Produktprogramm und die Performance bestehender Verlagsprodukte geachtet. Dies waren vorwiegend Bücher, Zeitschriften und Loseblattwerke, in geringem Umfang auch elektronische Produkte.

(2) Um den akquirierten Verlag in seiner Gesamtheit einordnen und bewerten zu können, wurden seine Besonderheiten innerhalb des deutschen Fachverlagsmarkts ermittelt.

(3) Im Konzern gab es schon vereinzelt vorhandene Kennzahlen, die jedoch weder einheitlich definiert, geschweige denn konsistent angewandt wurden. Im von mir als Controller betreuten Teil-Verlag hatte ich in der Vergangenheit schon ein transparentes Kennzahlensystem konzipiert und implementiert, das sehr erfolgreich eingesetzt wurde.

(4) Aus diesem Pool an etablierten Kennzahlen aus dem Verlagswesen und meinen Erfahrungen aus anderen Branchen gelang es sehr zügig, passende und valide Kennzahlen zu erarbeiten. Dabei Anlehnen an die Logik der Balanced Scorecard.

(5) Diese Kennzahlen und eine entsprechende Gewichtung ihrer Bedeutung untereinander bildeten die Basis für die neue Bewertungs-Matrix. Wesentliche Kennzahlen waren z. B. Alter des Produkts und seine Stellung im Produkt-Lebens-Zyklus, Auflage, Einmal- oder Abonnement-Produkt, (Jahres-) Preis, print oder digital oder Werbeerfolgsquoten.

(B) Nach erfolgreichem Test im bestehenden Umfeld wurde das neue Tool auf das Portfolio des akquirierten Verlages angewandt:

(1) Nach Aufstellen von Benchmarks für jede Produktgruppe (Buch, Loseblatt, Zeitschrift, CD-ROM, Online) konnte durch Einordnen aller Produkte in die Matrix deren Qualität bzw. Stellung innerhalb des Gesamt-Portfolios bewertet werden.

(2) Diese vorwiegend quantitativen Rohergebnisse wurden anschließend mit der Verlagsleitung und den involvierten Produkt-Managern besprochen, um eventuelle Unwuchten zu beseitigen und zusätzliche, auch qualitative, Aspekte zu berücksichtigen.

(3) Das Feed-back führte zum Abrunden der zunächst rein technischen Analyse. Das Portfolio war somit quantitativ und qualitativ ausreichend bewertet.

(4) Den Abschluss der Analyse bildete meine eigene Bewertung, auch vor dem Hintergrund meiner eigenen Fachverlags-Erfahrung, und meine Empfehlung für eine Bereinigung des Portfolios.

(C) Den Abschluss des Projektes bildete das Vorstellen und Erläutern der Portfolio-Evaluation beim Top-Management des Konzerns.

(1) Zunächst war eine aussagefähige, schriftliche Präsentation auszuarbeiten. Wesentliche Inhalte waren exakte Darstellung der Aufgabenstellung, Beschreiben der Vorgehensweise im Projekt, Hintergrundinformation zu Portfolioanalysen, Kennzahlen und Kennzahlensystemen im Allgemeinen und bezogen auf Fachverlage, Erläutern technischer Fragen und Hinführen zu Bewertung sowie Empfehlung. Die Präsentation wurde dem Management vorgelegt.

(2) In einer kurzen Präsenzveranstaltung habe ich meine Ergebnisse und Empfehlungen persönlich vorgetragen und detailliert erläutert.

Ergebnis

(1) Das Projekt konnte sehr schnell umgesetzt werden. Innerhalb vier Wochen war das Produkt-Portfolio ausführlich und valide bewertet.

(2) Das Portfolio des gerade akquirierten Verlages wurde auf Basis meiner Empfehlungen um ca. 20% ertrags- und wachstumsschwacher Produkte bereinigt. Dadurch waren Konzentration auf Neuproduktentwicklung und Innovationen im Online-Bereich sowie in direkter Folge Steigerung des Betriebsergebnisses um 25% möglich.

(3) Zusatzeffekt: Der Konzern verfügte anschließend über ein ausrollbares Bewertungs-Tool, das für bestehende und weitere akquirierte Portfolios eingesetzt wurde.

Frank Stefan Bohnert

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