Digitale Sichtbarkeit von Interim Managern: Warum jetzt ein grundlegendes Umdenken notwendig ist

In meinen Gesprächen mit Interim Managern höre ich derzeit immer häufiger die gleiche Beobachtung: „Irgendwie funktioniert LinkedIn nicht mehr so wie früher." Beiträge erzielen weniger Resonanz, Reichweiten brechen ein, und selbst etablierte Profile erreichen ihre Zielgruppen nur noch eingeschränkt.

Ich teile diese Wahrnehmung. Aber ich halte es für zu kurz gegriffen, darin lediglich ein Plattformproblem zu sehen. Aus meiner Sicht erleben wir aktuell einen strukturellen Wandel der digitalen Sichtbarkeit – und damit auch der Art und Weise, wie Mandate für Interim Manager angebahnt und vergeben werden.

Was gestern funktioniert hat – und warum es heute nicht mehr reicht

Über viele Jahre hinweg war das System, mit dem Interim Manager ihre Sichtbarkeit aufgebaut und Mandate gewonnen haben, vergleichsweise stabil. Persönliche Netzwerke bildeten die Basis, ergänzt durch Kontakte zu Providern, eine eigene Webseite und eine Präsenz auf Plattformen wie XING und später LinkedIn. Manche Kolleginnen und Kollegen haben diese Grundlage zusätzlich durch die Mitgliedschaft in Sozietäten und spezialisierten Netzwerken gestärkt. Auch ich habe diese Entwicklung über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg intensiv begleitet – und sie hat in dieser Zeit zweifellos funktioniert.

Gerade deshalb wäre es falsch, die bisherige Praxis pauschal zu kritisieren. Im Gegenteil: Es gab immer Interim Manager, die früh verstanden haben, dass diese Basis nicht ausreicht, und die gezielt auf zusätzliche digitale Sichtbarkeit gesetzt haben – etwa durch ihre Präsenz und erste Inhalte auf spezialisierten Plattformen wie UNITEDINTERIM, das als führendes digitales Ökosystem für Interim Management in der DACH-Region aufgebaut wurde. Diese frühen Anwender haben wesentlich dazu beigetragen, die digitale Professionalisierung im Interim Management voranzubringen.

Gleichzeitig zeigt meine Erfahrung aber sehr klar: In den meisten Fällen blieb diese Nutzung fragmentiert. Profile wurden zwar angelegt, einzelne Inhalte veröffentlicht – doch nur selten wurde daraus eine konsequent aufgebaute, contentbasierte Positionierung mit kontinuierlicher Verstärkung. Was fehlte, war eine klare Strategie, etwa durch die regelmäßige Veröffentlichung hochwertiger Fachbeiträge und Case Studies zu genau den Herausforderungen, vor denen Kunden aktuell tatsächlich stehen.

Genau hier liegt heute der entscheidende Hebel – und der Grund, warum das „alte System" in dieser Form nicht mehr trägt: Nicht die Arbeit der Vergangenheit war falsch; sie hatte ihre Zeit und ihre Berechtigung. Aber parallel zur Entwicklung der Plattformen hat sich vor allem eines verändert: das Informations- und Entscheidungsverhalten auf Kundenseite – hin zu KI-gestützten Recherchen und generativen Suchsystemen, die Inhalte völlig anders bewerten als früher. Wer diese Veränderung ignoriert, arbeitet mit einem Instrumentarium von gestern in einem Markt von morgen

Wie Entscheider heute wirklich suchen: Die 'KI des Vertrauens' als Ansprechpartner

C-Level-Entscheider, Unternehmer, Kapitalgeber, Eigentümer, Aufsichtsräte und Beiräte nutzen heute ganz selbstverständlich KI-gestützte Systeme, um sich schnell und fundiert einen Überblick über geeignete Interim Manager zu verschaffen. In meiner eigenen Arbeit erlebe ich immer häufiger, dass die erste Vorauswahl nicht mehr ausschließlich über persönliche Empfehlungen erfolgt, sondern über strukturierte, digitale Informationsquellen. Selbst dann, wenn ich einen Interim Manager ausdrücklich empfehle und auf einen langjährigen, persönlichen Kontakt verweise, greift der Entscheider zum Smartphone und befragt die „KI des Vertrauens" nach vertiefenden Informationen. In diesem Moment müssen Inhalte sichtbar sein, welche die konkreten Projekterfahrungen des Interim Managers und idealerweise Erfahrungen in vergleichbaren Herausforderungen auf Kundenseite beschreiben – und so zur Überzeugung beitragen und Sicherheit geben.

Dabei wenden sich Entscheider zunehmend an Systeme wie ChatGPT, Microsoft Copilot, Google Gemini oder spezialisierte Recherche-Assistenten wie Perplexity, wenn sie sich einen schnellen Überblick über passende Experten verschaffen wollen. Diese Systeme funktionieren alle nach demselben Prinzip: 

Sie bewerten nicht, wer die meisten Likes auf LinkedIn sammelt, sondern wessen Inhalte fachlich überzeugend, klar fokussiert und auf autoritativen Plattformen veröffentlicht sind.

Für Interim Manager heißt das: Wer in diesem Ökosystem aus KI-Assistenten nicht mit hochwertigem, eindeutig positioniertem Content präsent ist, kommt in den digitalen Entscheidungsprozessen faktisch nicht vor.

Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum viele der heute verbreiteten Aktivitäten an Wirkung verlieren: Beiträge, die vor allem persönliche Eindrücke transportieren oder auf Zustimmung abzielen, mögen sympathisch sein – sie sind aus Sicht eines Entscheiders jedoch kaum relevant. Gleiches gilt für das bloße Kommentieren fremder Inhalte oder das „Mitlaufen" in Diskussionen. Sichtbarkeit wird häufig erwartet, aber nicht systematisch erarbeitet. Tatsächlich ist sie heute das Ergebnis konsequenter inhaltlicher Arbeit: Es geht darum, eigene Projekterfahrungen und die erzielten Resultate so aufzubereiten, dass daraus belastbare, nachvollziehbare und wiederauffindbare Inhalte entstehen. Es geht um Inhalte, die klar zeigen, wofür jemand steht und in welchen Situationen er oder sie echten Mehrwert liefert. Das ist deutlich aufwendiger als ein klassischer Social-Media-Post, aber auch ungleich wirksamer.

Der richtige Ort – und die richtige Verstärkung für Ihren Content

Die eigene Website bleibt wichtig, erreicht jedoch in vielen Fällen nicht die notwendige Sichtbarkeit. Gleichzeitig entwickelt sich LinkedIn zunehmend in Richtung eines bezahlten Distributionsmodells.

In meinen eigenen Projekten und Beobachtungen sehe ich deshalb sehr klar: Plattformen mit thematischer Autorität gewinnen an Bedeutung. Plattformen also, die Inhalte nicht nur aufnehmen, sondern ihnen Kontext, Relevanz und Reichweite geben. Im Interim Management ist UNITEDINTERIM aus meiner Sicht derzeit die einzige Plattform im deutschsprachigen Raum, die diese Rolle konsequent erfüllt. Über die Jahre hinweg wurde hier ein Content-Hub aufgebaut, der sowohl von Entscheidern als auch von KI-Systemen als relevante Quelle wahrgenommen wird. Ein Content-Hub ist Dreh- und Angelpunkt im Content Marketing: Wichtige Inhalte laufen hier zusammen und werden von dort aus in verschiedene Kanäle gespielt.

Zahlreiche Interim Manager gehen bereits so vor, aber gleichzeitig zeigt sich bei vielen noch das bekannte Muster: Das vorhandene Potenzial wird nicht tief genug ausgeschöpft, weil Content eher als Ergänzung verstanden wird, die punktuell und temporär eingesetzt wird. Zum Beispiel nur in Zeiten, in denen gerade ein Projekt abgeschlossen wurde und der Interim Manager dringend ein Mandat sucht. Aus meiner Erfahrung und vielen Gesprächen mit Interim Manager, die sich hier bereits zu «Profis» entwickelt haben, möchte ich folgende Praxis-Tipps teilen:

Content ist dann besonders wirksam

  • wenn er die Herausforderungen der jeweiligen Zielgruppe und die Lösung des Interim Managers in klarer und verständlicher Art und Weise formuliert; vor in der Sprache der Zielgruppe untermauert durch die entsprechenden Fachbegriffe, die wiederum konsequent über weiterführende Links erläutert werden;
  • wenn er kontinuierlich (also in nicht zu grossen zeitlichen Abständen) veröffentlich wird;
  • wenn er nicht «isoliert» steht, sondern intelligent digital verknüpft bzw. verlinkt wird. Idealerweise wird ein fachlich hochwertiger Beitrag zunächst auf einem Content-Hub wie UNITEDINTERIM publiziert und von dort aus über ein gezieltes LinkedIn-Posting verlinkt. So entsteht ein klarer fachlicher Anker an einem autoritativen Ort – und LinkedIn übernimmt – wenn auch abgeschwächt – noch immer die Rolle des Verstärkers, der Reichweite und Sichtkontakte liefert, ohne selbst der „Ort der Wahrheit" sein zu müssen;
  • wenn er mit klassischen, aber auch modernen, neuen Instrumenten kombiniert wird (die ebenfalls von den KIs analysiert werden): Pressearbeit, Fachartikel, Buchveröffentlichungen, Interviews, Tätigkeiten als Autor von Studien, Podcasts oder Vorträge auf Fachkonferenzen. Beispiele aus bewährter Praxis von Interim Managern: Ein Buchkapitel, das auf einen vertiefenden Fachbeitrag auf UNITEDINTERIM verweist; ein Interview, das auf dieselben Kerninhalte verlinkt; ein LinkedIn-Post, der genau diesen Content erneut ins Bewusstsein der Zielgruppe bringt.
  • Genau solche Möglichkeiten, die Wirkung des Contents zu optimieren und zu verstärken, unterstützt UNITEDINTERIM aktiv: Sowohl durch die Kuratierung von Content, der Werbung für den jeweiligen Content auf Plattformen und Social Media, durch Direkt-Marketing-Aktionen in Richtung Kunden-Unternehmen, aber auch durch die Zusammenarbeit mit Partnern. Dies umschliesst im Rahmen von Buchveröffentlichungen den Verlag, die Reichweite und Reputation des globalen Think Tank Diplomatic Council und Sonderaktionen in Kooperation mit Medienpartnern wie dem Wirtschaftsmagazin Quantum, bei denen Mitglieder ihre Inhalte gezielt einer größeren, fachlich passenden Leserschaft zugänglich machen können. Auch durch gemeinsame Studien (Beispiel: UNITED INTERIM Wirtschaftsreport 2025 / 2026), durch Buchveröffentlichungen zur Studie mit dazu passender Pressearbeit und Pressekonferenzen der beteiligten Interim Manager.

Das führt zu einem Punkt, den ich für zentral halte – und den ich offen ansprechen möchte:

Sichtbarkeit ist das Ergebnis einer unternehmerischen Investition

Alle diese Veränderungen und diese neue Form von Sichtbarkeit erfordern von Interim Managern Investitionen: Zeit und «Hirn» für inhaltliche Arbeit. Disziplin in der Umsetzung. Und in vielen Fällen auch finanzielle Mittel – etwa für Plattformen, die eine entsprechende Reichweite und Autorität bieten oder für Publikationen. Ich bin überzeugt: Das ist keine Hürde, sondern eine notwendige Konsequenz. Wer im Premiumsegment tätig ist und anspruchsvolle, gut bezahlte Mandate gewinnen möchte, kommt (im Sinne eines Selbstverständnisses als Unternehmer) nicht darum herum, entsprechend zu investieren.

  • LinkedIn bleibt dabei ein relevanter Baustein in der digitalen Welt – aber nicht mehr der zentrale. Die Plattform eignet sich hervorragend zum Verbreiten von Inhalten und zur Pflege von Netzwerken. Die eigentliche Sichtbarkeit entsteht jedoch an anderer Stelle.
  • Die Grundlage ist und bleibt der eigene Content: klar positioniert, fachlich fundiert, mit Mehrwert für Leser und strategisch am richtigen Ort platziert – und über klug gewählte Kanäle synergetisch und konsequent verstärkt.

«Weiter so» ist keine Option – jetzt beginnt die Arbeit an Ihrer digitalen Sichtbarkeit

Für Interim Manager bedeutet all dies keinen radikalen Bruch, wohl aber einen klaren Auftrag. Es geht nicht darum, Bewährtes zu verwerfen, sondern darum, es konsequent weiterzuentwickeln. Die eigene Erfahrung, die Fähigkeit zur Umsetzung, die erzielten Projekterfolge – all das bleibt unverändert wertvoll. Entscheidend ist, diese Stärken so zu übersetzen, dass sie im digitalen Raum sichtbar, nachvollziehbar und für KI-gestützte Systeme eindeutig einzuordnen werden.

Wer diesen Schritt jetzt bewusst geht, arbeitet nicht „nur an seiner Sichtbarkeit", sondern an seiner Zukunftsfähigkeit im Mandatsgeschäft.

Das erfordert die Bereitschaft zur inhaltlichen Arbeit, zur Investition in hochwertige Plattformen und zur entsprechenden Marktbearbeitung. Es ist zugleich die Voraussetzung dafür, auch in einem zunehmend von KI geprägten Markt als erste Wahl wahrgenommen zu werden. Diejenigen, die diese Chance nutzen, werden auch künftig sehr gut positioniert sein. Nicht, weil sie mehr posten – sondern weil sie als kompetente, spezialisierte Lösungspartner für konkrete Probleme klar erkennbar sind.

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Mittwoch, 10. Juni 2026

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