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Case-Studies und Blogbeiträge von professionellen Interim Managern und Interim Managerinnen

Neue Wege aus der Krise

In einem 2-teiligen Blogbeitrag erfahren Sie Konzepte des Krisenmanagements, die jenseits des klassischen, häufig im Vordergrund stehenden schnellen Vorgehens mit deutlichem Fokus auf der Kosten- und Liquiditätsseite stehen. Im ersten Teil geht es um ein grundsätzlich alternatives Vorgehen, das im Vergleich von über 100 Krisenprojekten erfolgreicher war. Im 2. Teil wird es auf Basis zahlreicher, empirischer Ergebnisse gehen um Krisenmanagement in guten und in Krisenzeiten, um Gewinn und Risiken des Arbeitsplatzabbau und einem im Erfolg belegten angepassten Vorgehen bis hin zur Entscheidung des Krisen-set-ups.

Abkehr von klassischen Krisenkonzepten?


Klassische Krisen- und Sanierungskonzepte stellen meistens Kostensenkung und die Schaffung von Liquidität in den Vordergrund. Dies sind richtige und wichtige Maßnahmen. Nach Erfolgen bei diesen Maßnahmen schließt sich dann auch die Entwicklung mittelfristiger strategischer Wachstumsmaßnahmen an. Alternativ wurde in einem Vergleich von über 100 Krisenprojekten mit 33 großen spezialisierten Beratungsunternehmen geprüft, ob Unternehmen erfolgreicher waren, die von Beginn an den schwierigen Spagat wagten mit der Einführung von Kostensenkung und Liquiditätsmaßnahmen einerseits als auch expansiv ausgerichteten Wachstumsmaßnahmen andererseits. Wie waren die Ergebnisse?

Krisenmanagement in einem doppelten Ansatz


Im Vergleich eines Dreijahreszeitraums nach der Unternehmenskrise und der Sanierung waren solche Unternehmen im Durchschnitt tatsächlich deutlich erfolgreicher,als andere - und am Ende - auch seltener von Insolvenz betroffen. Im Durchschnitt aller betrachteten Projekte lag das Verhältnis von Kosten- zu Wachstumsmaßnahmen bei 74% / 26%.  Unter den erfolgreichsten Restrukturierungsfällen (20%) lag dieses Verhältnis ausgeglichen bei 56% / 44%. Im Fall der Unternehmen, die in einer Insolvenz endeten, lag der Anteil von Kostenmaßnahmen bei 78%gegenüber nur 22% Wachstumsmaßnahmen.

Dieses Vorgehen erfordert jedoch eine hohe Kompetenz in der strategisch operativen Umsetzung unter sehr schwierigen Bedingungen. Es braucht einen Krisenmanager, der zusätzlich auch in der strategischen Neuausrichtung und der Identifikation neuer Chancen und neuer Geschäftsmodelle starke Erfahrung und Erfolg mitbringt. Dazu braucht es auch eine starke Kompetenz in einer positiven Führung und Sozialkompetenz, um gerade jetzt das notwendige Mitarbeiterengagement und eine Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und den neuen Chancen zu entwickeln. Gerade in dieser Situation ist es herausfordernd, Mitarbeiter hier mit echtem Engagement wirklich zu gewinnen, mit Wegen, die weit jenseits häufig üblicher Motivationsreden liegen. Führungskultur und Entwicklung einer positiven Kultur sind gerade entscheidend, um Skepsis, Resignation und den Verlust der besten Mitarbeiter zu vermeiden und allefür den Aufbruch zu gewinnen.

Die Entwicklung aus der Krise – der Umsetzungsplan zum Aufstieg

Wichtige grundsätzliche Regeln aus der Kenntnis dieses großen Projektes sind 3 Maßnahmen (Schnitt, Raisch):

1. Schon zu Beginn einer Sanierung muss die zukünftige Strategie bestimmt werden,

2. Die Gläubiger werden frühzeitig über die geplante Neuausrichtung informiert, damit kurzfristig sowohl Kostensenkungsmaßnahmen als auch strategische Maßnahmen gleichzeitig eingeleitet werden können.

3. In einem partizipativ geführten Sanierungsteam werden von Beginn an mit offener Diskussion und Kreativität die zukünftigen Lösungen und die notwendigen Veränderungen entwickelt.

Der Erhalt einer guten, intrinsisch motivierenden Unternehmenskultur ist eine wesentliche Erfolgsmaßnahme. Offene Kommunikation, Stärkung der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit und die Förderung von Mitarbeiterinitiativen zur Überwindung der Krise sind wichtige Maßnahmen zur Gestaltung eines zukünftigen Erfolgsunternehmens.

In Kürze werden Sie den 2. Teil des Beitrages hier lesen:

Krisenmanagement in guten Zeiten. Worauf kommt es aber nun in der Rezessionskrise an? Arbeitsplatzabbau in der Krise – was ist richtig? Ihr strategisches Set-up.

Hanno Goffin
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