UNITEDINTERIM Blog

Case-Studies und Blogbeiträge von professionellen Interim Managern und Interim Managerinnen

Transformation & Design Thinking

Fank P. Neuhaus - Spezialist für Brasilien mit Sitz in São Paulo

Regelmässig wird der aufmerksame Leser unserer Blogs und der Betrachter unserer Vlogs wahrnehmen, dass wir immer wieder von Design Thinking im Zusammenhang mit Transformationsprojekten schreiben und sprechen.

Das Wort ist nun nicht mehr so neu in den Unternehmen und im Management-Alltag. Aber trotzdem ist es ein Konzept, welches einer ständigen eigenen Weiterentwicklung und Transformation unterliegt. Das liegt entscheidend daran, dass es sich um ein offenes Konzept handelt und global auch das Phänomen des Design Thinking in allen seinen Ausprägungen erforscht wird.

Unsere Mandanten wissen aus Projekten auch, dass wir niemals Design Thinking als Instrument in Projekten und Angeboten verkaufen. Wir, iManagementBrazil, sind davon überzeugt, dass es kein Werkzeug ist, was man als Interim Manager oder Berater „verkauft", einsetzt und dann das Projekt einfach zu Ende bringt und geht.

Ganz im Gegenteil!

Wir wenden die Denkweise des Design Thinking seit vielen Jahren an, evaluieren mit jedem Projekt. Wir sehen immer wieder, dass Design Thinking wahrscheinlich eines der wichtigsten Aspekte auf dem Weg des unternehmerischen kulturellen Wandels in einer Transformation ist.

Daher kommen wir mit dem evolutionären Wissen des Design Thinking in das Projekt und implementieren diese Denkweise. Sie soll im Projekt und im Kundenunternehmen Wurzeln schlagen und bleiben. Es darf keine Rolle spielen, ob wir danach präsent sind oder nicht. Design Thinking soll Eigenleben in Ihrem Unternehmen gewinnen und sich weiter entwickeln. 

Geschäftsmodel – Geschäftsplan – LoFi-Test – Startup

In den vielen Jahren als Gründer von iManagementBrazil, habe ich eigentlich nie einen Geschäftsplan gesehen, wie ich ihn an der Universität und später im Executive MBA gelernt habe.

Das gilt sogar auch für unser eigenes Startup iMBdigital.Gallery_, welches wir in diesem Jahr zum Laufen brachten.

Geht es Ihnen auch so?

Ganz egal, ob im eigenen unternehmerischen Umfeld von iManagementBrazil oder bei der Konzeption von iMBdigital.Gallery_, oder in den Projektmissionen mit brasilianischen Startups sowie den vielen anderen Kundenunternehmen unterschiedlichster industrieller Sektoren: Fast nie sind die Unternehmen oder neue Geschäftsfelder aus einem perfekten Dokument entstanden.

Vielmehr haben wir oder unsere Mandanten das, was entwickelt wurde, in der Praxis umgesetzt, indem wir Mikro-Hypothesen aufgestellt und diese in Echtzeit validiert haben.

Lean Startup

Spricht man von Lean Startup, kommt man an Steve Blank, dem Vater des modernen Unternehmertums, nicht vorbei. Er wird nicht müde zu fordern, dass die Fachleute, Planer und Manager von heute ihre Gebäude verlassen müssen.

Durch die stete und massive Interaktion mit potenziellen Kunden und das Verstehen ihrer tatsächlichen Bedürfnisse erhält man die Voraussetzungen für die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen, die die Menschen tatsächlich kaufen wollen.

Warum scheitern Start-ups und neue Geschäftsmodelle traditioneller Unternehmen?

Glaubt man den vielen verfügbaren Quellen, dann bleiben im Durchschnitt fast 52% dieser Initiativen auf der Strecke. Extrahiert man die Gründe und fasst sie zusammen, bleibt letztlich eine alles überragende Tatsache in großen roten Buchstaben an die Wand geschrieben: Sie finden keine Nachfrage für die entwickelten Lösungen.

Mit anderen Worten, es wurde etwas entworfen, das niemand konsumieren will!

Ist die schnelle Welt da draussen das Problem?

Das ist also das Risiko, wenn man sich in der heutigen superschnellen Welt zu lange "in einem Büro/Gebäude" aufhält. Bis man dahin kommt, das zu visualisieren, was man entworfen hat, kann sich das Umfeld so sehr verändert haben, dass die sorgsam erarbeitete Planung nicht mehr sinnvoll ist.

Dennoch bleiben viele Planer und Manager in ihren vier Wänden und investieren viel Zeit und Mühe, um perfekte Pläne zu erstellen. In Wirklichkeit gibt es keine perfekten Pläne, weil der Markt immer "perfekter" ist als wir!

Und hier kommt Design Thinking mit ganzer Kraft auf die Bühne.

LoFi-Modelle testen

Nichts ist greifbarer als ein Straßenexperiment, um ein Geschäftsmodell zu testen!

Aber zunächst mit einem LoFi-Modell, nicht mit einem HiFi-Modell! Die Unterschiede zwischen LoFi- und HiFi-Testmodelle haben wir in vielen Blogs und Vlogs im Laufe der vergangenen zwei bis drei Jahre immer wieder an gelebten Beispielen erklärt.

Nichts ist so greifbar wie das Experiment auf der Straße. Entscheidungen, die auf der Grundlage von Marktreaktionen getroffen werden, minimieren die Risiken eines Projekts.

Dazu machen wir in Transformationsprojekten immer sehr schnell viele kleine Tests, werten die Ergebnisse gemeinsam mit dem Mandanten aus, nehmen dann die notwendigen Anpassungen vor und testen erneut.

Das läuft immer parallel zu den internen Projektfortschritten: Sie sind zumeist stetig und inkremental – nicht die großen einmaligen Würfe und schon ist die neue Realität da.

Nein!

Das funktioniert nicht!

Warum?

Weil wir nicht wissen, was auf dem Weg passiert!

Wir haben gemeinsam mit dem Mandanten eine Idee entwickelt, wo wir hin wollen, strategisch entwickelt und visualisiert, ohne Detailzahlen im Excel Sheet. Das kommt später und wird dann erst der Business Plan. Der Business Plan ist nicht strategische Planung, sondern ein Werkzeug der taktischen Planung. Es geht um den Resourceneinsatz monetäre Mittel, Personal, Maschinen, Services etc. – also taktische Planung. 

Die vielen Tests, die inkrementalen Fortschritte, das sind dann auch die täglichen taktischen Schritte in der Transformation. Hier baut man schon den Business Plan auf. Und muß immer bereit sein, wieder bei Null zu beginnen.

Es heisst Hemdsärmel aufkrempleln, denn es ist eine harte Arbeit, mit Rückschlägen und mit vielen nur kleinen Erfolgen. Der Weg ist steinig, hart und nicht jener fantastische glorreiche große Schritt, wie in vielen Medien vermittelt. Jedenfalls haben wir so etwas noch nicht gesehen.

Die meisten erfolgreichen Transformationen, wie auch Startups, entstehen nicht aus einem großen Entwurf heraus. Sie werden aus Absichten und Handlungen geboren. Es ist die inkrementale Entwicklung, die zu größeren Erträgen führt.

Aber lassen Sie mich eines klarstellen.

Ja, wir müssen planen.

Ja, Strategie ist wichtig.

Ja, Taktik ist genauso wichtig.

Und vermischen Sie bitte nicht Strategie und Taktik!

Die Dinge haben sich geändert. Und hier kommt die Taktik ins Spiel! 

Früher leiteten die Organisationen ihre Maßnahmen mit drei oder fünf-Jahres-Plänen. Die Führungspersonen bauten sich ihre Karrieren mit Jobs fürs Leben auf. Nun ändern sich aber Unternehmen und Berufe ständig. 

Und das setzt voraus, dass Sie und auch wir beweglich genug sind, um sich und uns auch verändern zu können. Einfach Agilität, noch so ein wunderbares Modewort, lässt sich nicht mit starren Plänen vereinbaren.

Eine Strategie monatelang "in Ihrem Haus" auszuarbeiten und sie dann monatelang oder gar jahrelang umzusetzen, funktioniert in diesem Umfeld nicht mehr, in dem die Ausarbeitung auf dem Papier und die Umsetzung in der Praxis parallel und nicht nacheinander erfolgen müssen. 

Technologie ist das Produkt, Innovation ist die Bedeutung

Die Technologie ist häufig Teil des Transformationsprozesses und spielt dabei eine wichtige Rolle. Transformation hat Innovation mit eingebettet. Aber sie allein ist keine Grundlage für ein Marktangebot.

Nicht nur, weil Dinge neu und technisch fortschrittlich sind, nutzen die Menschen sie, fügen sie in ihr Leben ein und empfehlen sie weiter.

Kurz gesagt, Innovation ist nicht gleichbedeutend mit Neuheit, und sie besteht auch nicht in dem bahnbrechenden Produkt, das in den Regalen der Geschäfte und in den Schränken der Kunden verstaubt.

Manche Produkte scheinen eher das Ego und den Bonus eines Portfoliomanagers aufzupolieren, als dass sie einen Wunsch oder ein Bedürfnis eines Kunden erfüllen. Innovation ist die Frucht der Kreativität, die in die Praxis umgesetzt wird, um positive Ergebnisse für das Unternehmen und positive Auswirkungen für die Menschen zu erzielen.

In unseren Projektmissionen mit Ziel einer Transformation argumentieren wir immer wieder, dass es ohne die Konzentration auf den Kunden keine systematische Innovation gibt. Manchmal mag es zu einem kreativen Schub kommen und ein Angebotsportfolio mit einem heiligen Gral erhellen, aber das ist für ein Unternehmen auf lange Sicht wahrscheinlich nicht nachhaltig. So jedenfalls ist unsere Erfahrung.

Für uns bei iManagementBrazil ist Innovation das Ergebnis von Mitarbeitern, dem Projektteam, Prozessen und viel harte Arbeit und nicht die genialen Ideen einer einzelnen Person. Und die Fähigkeit, systematisch Lösungen zu schaffen, deren Wert von den Kunden anerkannt wird.

Die menschliche Komponente aus Fleisch und Blut in der Transformation ist viel wichtiger als ein Transistor oder ein Chip. Und je mehr wir diese Mitarbeiter in die Erarbeitung des Ergebnisses einbeziehen können, desto größer sind unsere Erfolgsaussichten.

Folgen Sie uns - die Reise geht weiter!

Als Fortsetzung dieses Blog-Beitrages möchten wir mit unseren Lesern und allen Interessenten am Thema der Transformation, Innovation und Design Thinking einige markante Momente und Aussagen sowie Erkenntnisse teilen, welche wir in sehr kurzen Elevator Pitch Posts über die kommenden Wochen und Monate in den unterschiedlichsten Social Media Kanälen und offenen digitalen Plattformen teilen werden.

Wir werden sie über LinkedIn, Twitter, Xing, UnitedInterim und Reddit publizieren.

Wer weiß, vielleicht hilft es auch Ihnen, so wie es uns in den spezifischen Projektmissionen geholfen hat, unseren Kunden die innovative Vision der lebendigen Projektarbeit des Design Thinking zu vermitteln.

Wenn Sie möchten, kommentieren Sie die Elevator Pitch Posts.

Es wäre toll, Ihre Erfahrungen ebenfalls zu teilen.

Transformation ist nicht zuletzt ein nicht enden wollender Lernstrom, kanalisiert und dokumentiert durch die Denkweise des Design Thinking. 

Übrigens, verpassen Sie nicht, auch immer wieder bei unserem Startup – iMBdigital.Gallery_ – vorbeizuschauen. Hier beschäftigt sich ein kleines Team intensiv mit dem Thema NFT im unternehmerischen Umfeld sowie der Technologie der Blockchain. Bei diesen Themen wird aktiv mit Design Thinking und stetiger Transformation gelebt. Das Startup arbeitet aktuell an zwei Projekten zur Entwicklung von NFT-Marketingstrategien im Motorsport und Life Style Sektor Brasiliens.   

Frank P. Neuhaus
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