UNITEDINTERIM Blog

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Was ist eine geschlossene Plattform – und was eine offene?

Jürgen Becker - UNITEDINTERIM

Gegen Ende des vergangenen Jahrtausends, als das kommerzielle Internet Fahrt aufnahm, betraten die Unternehmen scharenweise Neuland. Mutig – und getrieben von der Furcht, der Wettbewerb könnte schneller und besser sein und auf dieses Weise möglicherweise entscheidende Vorteile gewinnen.

Probieren ging über Studieren. Fehler waren an der Tagesordnung. Sie wurden korrigiert: Dann wurde weitergemacht.

„Weiß ich nicht: Probier' ich halt mal!" lautete das gemeinsame Credo, nach dem ich mich heute so sehr sehne….

Und in den seltenen Momenten gegenseitiger Aufrichtigkeit wurde unumwunden zugegeben, dass niemand – aber wirklich niemand! – auch nur den Schimmer einer Ahnung davon hatte, in welche Richtung sich das alles entwickeln würde.

Das war die Hochzeit der IT Research-Institute aus den USA! Eins der seinerzeit führenden Institute war Forrester, denen wir seinerzeit bei debis Systemhaus den Vorzug vor den Wettbewerbern gegeben hatten. Und wir erhielten wöchentlich, zumindest aber monatlich – durchaus noch in gedruckter Form – die jeweils neuesten Studienergebnisse: Von E-Commerce über IT-Security bis hin zu Geschäftsmodellen. Druckbetankung!

Teuer zwar, ohne jede Frage: Aber noch im Nachhinein bin ich von dem begeistert, was Forrester damals abgeliefert hatte!

Warum berichte ich an dieser modernen Stelle aus antiken Tagen?

Nun, bereits damals – also vor guten 20 Jahren – war Forrester davon überzeugt, dass künftig eine „Website" nur dann erfolgreich sein würde, wenn sie drei Leistungen abdeckte: „Information", „Communication" und „Interaction".

Bemerkenswerter Weise ist's genau so gekommen – auch wenn zahlreiche amateurhaft gemachte Websites ausnehme, die dem heute noch nicht entsprechen und entsprechend erfolglos sind: „Information", ja! Alle Sites erfüllen diese Ur-Anforderung, so dass der Nutzer im Regelfall einordnen kann, wer der Anbieter ist und was er oder sie anbietet.

Beim Thema „Communication" können wir schon erhebliche Abstriche machen: Meist geht´s nicht über ein Kontaktformular heraus – und die Antwort-Zeiten entsprechen öfter als man glauben möchte, nicht dem Benchmark in einer digitalen Welt, das da „Echtzeit" lautet. Stattdessen erhalte ich ein vergeblich um Verständnis heischendes „Herr Becker, ich kann einfach nicht jeden Tag in meine E-Mails schauen…!"

Professionelle Sites sind dem Rat von Forrester seinerzeit konsequent gefolgt: Schauen Sie sich die Dickschiffe an – z. B. Amazon: Sie finden dort so gut wie alles (Information), Sie können nicht nur Amazon erreichen, sondern jeden anbietenden Händler und Sie können z. B. Rezensionen von Produkten kommentieren (Communication). Und schließlich können Sie bei Amazon so gut wie alles kaufen (Transaction).

Im Interim-Business ist diese Entwicklung noch längst nicht angekommen – und nur einige Anbieter ragen aus dem (es tut mir leid!) Einerlei heraus. Diese Anbieter tragen allesamt irgendwo die Bezeichnung „Plattform".

Was ist ein Portal oder eine Plattform?

Was ist eine Plattform – oder ein Portal, was dasselbe meint? Laut Wikipedia ist eine Plattform oder ein Portal „ein Anwendungssystem, das sich durch die Integration von Anwendungen, Prozessen und Diensten auszeichnet. Ein Portal stellt seinem Benutzer verschiedene Funktionen zur Verfügung, wie beispielsweise Personalisierung, Navigation und Benutzerverwaltung. Außerdem koordiniert es die Suche und die Präsentation von Informationen und soll die Sicherheit gewährleisten.

Sie können bei Gelegenheit gern einmal ein wenig stöbern – und Sie werden dann feststellen, dass es in der DACH-Region gerade einmal eine Handvoll Plattformen im Interim Management gibt. Sie unterscheiden sich grundlegend – in offene und geschlossene Plattformen.

Geschlossene Plattformen erkennen Sie daran, dass letztlich immer jemand zwischen Kunde und Interim Manager steht – der die Informationen (die Unterlagen der Interim Manager und Interim Managerinnen) auswählt, aufbereitet und dem Kunden (der durchaus auf solchen Plattformen suchen kann) dann zur Verfügung stellt. Der Grund hinter diesem Vorgehen: Der Anbieter muss seinen Provisionsanspruch schützen – und das kann er nicht, wenn die Plattform offen ist. Daran ist nichts Gutes oder Schlechtes – aber es ist halt so.

Auf den Punkt gebracht: Geschlossene Plattformen, die oft mit dem Begriff „kostenlos" werben, erkennen Sie stets daran, dass Sie nicht selbst und direkt auf die (Kontakt-) Daten der Interim Manager und Managerinnen zugreifen können und dass irgendjemand an irgendeiner Stelle Provisionen zahlen muss – in aller Regel weniger als beim traditionellen Provider – und das ist der durchaus ein Vorteil solcher Plattformen.

Offene Plattformen hingegen arbeiten nicht auf Provisionsbasis, sondern finanzieren sich durch ein (pauschales oder gestaffeltes) Entgelt von den Nutzern. Da offene Plattformen keinen Provisionsanspruch schützen müssen, können die Nutzer direkt auf die (Kontakt-) Daten der Interim Manager und Managerinnen zugreifen, mit ihnen in Kontakt treten und interagieren – z. B. Verträge abschließen. (Auf diese Weise erfüllen solche Plattformen die Anforderung „Transaction".) Hierbei bleibt der Plattformbetreiber stets außen vor und wird in keinem Fall Vertragspartei.

Dies ist auch der Grund dafür, dass offene Plattformen ihren Kunden die Möglichkeit geben können, Artikel oder Blogs zu veröffentlichen und öffentlich die Kontaktdaten zu nennen: Ein Leser kann somit direkt über das Blog oder den Artikel mit dem Autor in Kontakt treten und im Zweifel ein wenig später ein Projekt beauftragen – ohne, dass dieser lesende Kunde den Pool auch nur in Augenschein genommen hätte.

Auf den führenden Plattformen können Interim Manager und Managerinnen sogar ihr Video bereitstellen. Ebenso mit allen Kontaktdaten – und potentielle Kunden einladen.

Zu den offenen „General Interest"-Plattformen, die auch von Interim Managern und Managerinnen genutzt werden, gehören zählen XING und LinkedIn.

Die derzeit einzige das professionelle Interim Management spezialisierte und gleichzeitig völlig offene Plattform in der DACH-Region ist UNITEDINTERIM.

Jürgen Becker - UNITEDINTERIM

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