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Die Schockstarre muss erst weichen. Aktionismus reicht nicht.

Hans Rolf Niehues - Unternehmensnavigation

„Cash is King!" lautet das Credo der Stunde. Doch viele Unternehmen, die sich im Moment verständlicherweise in einer Art Schockstarre befinden, werden bald merken, dass es neben dem Hemd auch noch die Hose gibt. Aus Sicht eines langjährigen Finanzers plädiere ich für einen schonungslosen, aber transparenten und ehrlichen Blick auf die Dinge, wie sie sind oder in Kürze noch kommen werden. Das hilft dann auch, den Fokus der Massnahmen für die Post-Corona-Phase auf die wirklich wichtigen und wirksamsten Stellschrauben zu legen.

Bei den meisten Unternehmen sind in der gegebenen Situation Umsatzausfälle oder Forderungsausfälle zu verkraften. Trotz staatlicher Beihilfen und Bankenfinanzierungen können diese zu Ertrags- und Finanzierungslücken führen. So werden Stornierungen von Aufträgen oder Verschiebungen in der Zeitachse, sowie Forderungsausfälle in der nahen Zukunft zunehmen. Ein Geschäftsführer hat jederzeit die Situation im Auge zu behalten und Vorsorge zu betreiben, schliesslich ist auch in dieser besonderen Krisensituation das Insolvenzrecht nicht ausser Kraft gesetzt!

Daher ist es meines Erachtens heute umso wichtiger, mit Umsicht und Weitsicht Vorschaurechnungen zu machen, die frühzeitig unter Umständen drohende Unterfinanzierungen und / oder Überschuldungen aufzeigen. Meiner Erfahrung nach fehlen besonders im projektbasierten Anlagenbau die notwendigen Systeme im Controlling. Zahlungsströme sind hier nicht „kleinteilig" und nicht notwendigerweise zeitlich „im Rhythmus". Häufig ergibt sich auch die Notwendigkeit, eine Zwischenfinanzierung/Vorfinanzierung zu gewährleisten.

Eine eigene Problematik sind Umsatzrealisierungen als „Percentage-of-Completion" gemäss IFRS. Daher ist immer ein Cash-Flow zu rechnen.

- Ist das Geschäftsmodel noch tragfähig?

- Sind die einzelnen Projekte in sich profitabel?

- Sind die einzelnen Projekte durchfinanziert? (Zahlungsströme: erhaltene Anzahlungen von Kunden versus geleistete Anzahlungen an Lieferanten)

- Ist die Firma auf einen Zeithorizont von mindestens 2 Jahren durchfinanziert? (Summe alle Zahlungsströme aller Projekte)

- Ist eine Darlehen-Tragfähigkeit darstellbar?

- Wo liegt der Break-Even, bzw. welche Fixkosten können getragen werden?

Ein Rechenwerk dieser Art ist nicht nur eine gute Grundlage für eine Fortführungsprognose und Sanierungsgutachten. Für eine verantwortungsvoll agierende Unternehmensführung ist es die Basis für all die Massnahmen, die jetzt notwendig sind, erfolgreich und profitabel aus der schwierigen Corona-Zeit heraus zu kommen.

Hans Rolf Niehues
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48431 Rheine

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